Berufspolitik

Örtlich betäubt -  wie häufig Jugendliche trinken

BRAUNSCHWEIG (cben). Alarmierend sind die Zahlen, die der Präventionsrat der Stadt Braunschweig vorgelegt hat. Einer Schul-Umfrage in der Stadt zufolge betranken sich 2006 rund 400 Prozent mehr Jugendliche bis zum Vollrausch als noch im Jahr 2000.

Veröffentlicht:

Mit Befragung von Zehntklässlern und einem daraus resultierenden Aktionsprogramm, habe Braunschweig niedersachsenweit eine Vorreiterrolle übernommen, sagte der Gesundheitsplaner der Stadt, Reiner Schubert. Alkopops, also branntweinhaltige Getränke, dürfen erst ab 18 Jahren konsumiert werden, andere alkoholische Getränke wie Bier und Wein ab 16 Jahren.

Nach der Umfrage in Braunschweig trinken fast 100 Prozent der Jugendlichen bereits mit 15 Jahren Alkohol, mehr als die Hälfte von ihnen wöchentlich oder öfter. Deutschland liege damit nach England, den Niederlanden und Dänemark auf Platz vier der Länder, in denen Jugendliche wöchentlich oder öfter Alkohol trinken.

Am beliebtesten ist bei den Jugendlichen das Bier, gefolgt von selbstgemixten Mischungen und Alkopops. In Braunschweig zählte man im Jahr 2008 allein 130 Minderjährige, die wegen Alkoholkonsums ins Krankenhaus eingeliefert worden waren. Nach Angaben von Schubert werden Betrunkene Jugendliche statistisch auch häufiger Opfer von Gewalt oder sind selber gewalttätig. Die Konsequenz in Braunschweig lautet: auch die Eltern erziehen. "Wir erleben es bei Veranstaltungen immer wieder, dass Eltern uns fragen, ob es nicht in Ordnung sei, wenn Kinder mit 14 Jahren zum ersten Mal Alkohol trinken", wundert sich Schubert.

Auch die Aufklärungsarbeit in Schulen soll intensiviert werden, hieß es. Angesprochen werden auch Jugendliche, die bereits einen riskanten Alkoholkonsum zeigen.

Mehr zum Thema

Digitale Versorgung

Ärzte kritisieren verabschiedetes DVPMG

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Nachmittags: das schnelle Telegramm. Am Morgen: Ihr individuell zusammengestellter Themenmix.

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Impfpass in Reichweite: Für AstraZenecas COVID-19-Vakzine soll die Priorisierung gänzlich fallen.
Update

Impfpriorisierung

Vaxzevria® für alle: Ärzte dürfen jetzt selbst entscheiden

Viermal ComirnatyTextbaustein: war: die letzten Maiwochen bitte für die Zweiimpfungen.

Corona-Impfung

Staat regelt Haftung für Corona-Impfstoffe neu