Berufspolitik

Pädiater müssen oft Ernährungsirrtümer aufklären

BAD ORB (ras). Kinder- und Jugendärzte werden in der Praxis immer häufiger mit Ernährungsirrtümern konfrontiert, die nicht unkommentiert bleiben sollten. Anderenfalls würden sich Ernährungsfehler in Familien verfestigen.

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Auf diese Herausforderung hat Dr. Andrea Lambeck von der Plattform Ernährung und Bewegung e.V., einem Zusammenschluss von 100 Organisationen, beim Herbstkongress der Pädiater in Bad Orb hingewiesen.

So glaubten viele Eltern immer noch, es sei angeraten, ihr Kind auch über die ersten sechs Lebensmonate hinaus, ausschließlich zu stillen.

Falsch sei zudem die Vorstellung von Eltern, dass Milchfertignahrung dem Vergleich mit der Qualität der Muttermilch standhalten könne. Warnen sollten die Hausärzte die Mütter auch vor dem Drang, Säugling und Kleinkind "dauerbefüttern" zu müssen.

Irrglaube: In der Schwangerschaft für zwei essen

Besonders Eltern übergewichtiger Kinder, die oft selbst übergewichtig sind, geben dem Verlangen ihrer Kinder nach Nahrung besonders häufig nach.

Ein Irrglaube sei es, wenn Frauen in der Schwangerschaft glauben, "für zwei" essen zu müssen. Nach Ansicht von Kongress-Präsident Professor Klaus-Michael Keller reicht es für Schwangere aus, maximal 300 Kilokalorien pro Tag mehr zu sich zu nehmen.

"Gegensteuern" sollten Ärzte auch, wenn Eltern ihren Kindern häufig Snacks gegen "den kleinen Hunger zwischendurch" geben. Am besten sei es, Eltern mit Fakten zu konfrontieren, sagte Professor Martin Wabitsch von der Universität Ulm.

Beispiel: Um den Verzehr einer Tafel Schokolade (560 Kalorien) zu kompensieren, müsse ein Kind mindestens eine Stunde Fußball spielen.

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