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Zulassungen

Pathologen im Dilemma

Die Anzahl der Krebserkrankungen steigt, Prävention soll ausgebaut werden. Dafür werden Pathologen von Zuweisern dringend gebraucht. Die Fachgruppe ärgert sich über die neue Bedarfsplanung.

Anno FrickeVon Anno Fricke Veröffentlicht:
Von Krebs befallenes Brustgewebe wird in der Kasseler Pathologie schockgefroren. Pathologen sind an jeder Krebsdiagnose beteiligt.

Von Krebs befallenes Brustgewebe wird in der Kasseler Pathologie schockgefroren. Pathologen sind an jeder Krebsdiagnose beteiligt.

© Uwe Zucchi / DPA

BERLIN. Die Gesetzgebung des Bundes und die Bedarfsplanung der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen stehen in einem Konflikt.

Der Gesetzgeber sorgt zwangsläufig für mehr Fälle bei den Pathologen, indem er mit dem Krebsregistergesetz ein Einladungssystem für die Darmkrebs- und die Gebärmutterhalskrebsfrüherkennung einführt.

Gleiches gilt für den Entwurf des Präventionsgesetzes, der das Ziel vorgibt, die Mortalität bei Brustkrebs zu senken. Die verpflichtende Teilnahme an Tumorkonferenzen und generell die Alterung der Gesellschaft sorgen für weitere Arbeitsverdichtung bei der Fachgruppe.

Nach Auffassung der Pathologen steht die Bedarfsplanungsrichtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses im Widerspruch zu diesen Entwicklungen. Mit der Richtlinie werden erstmals auch die hoch spezialisierten Fachgruppen überplant, darunter auch die Pathologen.

Für den Präsidenten des Bundesverbandes Deutscher Pathologen, Professor Werner Schlake, führt dies zu Einschränkungen der pathologischen Versorgung.

Erste negative Auswirkungen der Bedarfsplanungsrichtlinie, die seit diesem Jahr in Kraft ist, seien bereits spürbar. Zusätzliche Sitze seien verweigert worden.

Einzelpathologen gibt es nicht

Die meisten Pathologen seien gleichermaßen als niedergelassene Ärzte als auch für Krankenhäuser aktiv, sagte Schlake.

Da ausschließlich der ambulante Teil der Fachgruppe von der Richtlinie erfasst werde, bringe diese die Rückentwicklung eines bislang integrativen Fachs zur sektoralen Trennung. "Wir erleben die diagnostische und organisatorische Entmischung eines Querschnittfachs", sagte Schlake.

Angesichts des wachsenden Bedarfs an pathologischen Leistungen ziele die Richtlinie in die falsche Richtung. Bei Investitionskosten von 700.000 bis 800.000 Euro lasse sich kein Pathologe einfach so nieder. Einzelpathologen gebe es ohnehin nicht.

Die Institute meldeten dann neue Sitze an, wenn sich die Nachfrage dementsprechend entwickele. Die Pathologen generierten ihre Fälle aber nicht wie andere Fachgruppen selbst, sondern seien ausschließlich zuweisungsgebunden.

Der Vorschlag Schlakes lautet, die Überplanung der Berufsgruppe für zwei Jahre auszusetzen. Schlake ist sich bewusst, dass er bei den Kassenärztlichen Vereinigungen damit keine offenen Türen einrennt.

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