Pflegekräfte werden zu Demenzmanagern

In Mecklenburg-Vorpommern startet ein Forschungsprojekt, bei dem Demenzpatienten zu Hause betreut werden. Hausarztpraxen dienen dabei als "Knotenpunkte".

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Demenzpatienten zu Hause betreuen? In Mecklenburg-Vorpommern startet ein Forschungsprojekt mit den Hausarztpraxen.

Demenzpatienten zu Hause betreuen? In Mecklenburg-Vorpommern startet ein Forschungsprojekt mit den Hausarztpraxen.

© Klaro

SCHWERIN (di). Speziell ausgebildete "Dementia Care Manager" (DCM) unterstützen im Nordosten die Versorgung von Demenzkranken. Zugleich startet eine umfangreiche Versorgungsstudie. "Wir dürfen nicht alle Arbeit auf die Hausärzte abladen", warb Gesundheitsministerin Manuela Schwesig (SPD) beim Start der Studie für die Delegation auf DCM.

Nach ihrer Vorstellung dienen die rund 200 beteiligten Hausarztpraxen als "Knotenpunkte", um die Patienten für die Studie zu rekrutieren. Im Mittelpunkt stehen weitergebildete Pflegekräfte, von denen zum Start vier als DCM zu den Patienten fahren.

Sie und weitere DCM sollen innerhalb der nächsten fünf Jahre im Rahmen der DelphHi-MV-Studie ("Demenz: lebenswelt- und personenkonzentrierte Hilfen in Mecklenburg-Vorpommern") Daten von 1000 Freiwilligen zusammentragen, um sie von Wissenschaftlern der beteiligten Universitäten in Greifswald und Rostock sowie des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen in der Helmholtz-Gemeinschaft (DZNE) auswerten zu lassen.

Damit soll untersucht werden, ob DCM die Versorgung von Demenzkranken in häuslicher Umgebung verbessern, zu einer früheren Diagnose durch Hausärzte führen und damit die Angehörigen entlasten können. Besondere Hoffnungen setzt Professor Stefan Teipel von der Uni Rostock auf frühere Diagnosen. Er erwartet, dass Patienten schon vor dem Auftreten ausgeprägter Verhaltensstörungen geholfen werden kann.

Professor Wolfgang Hoffmann von der Uni Greifswald verwies auf die Erfahrungen mit anderen Delegationsmodellen wie etwa Schwester Agnes. "Es hat sich gezeigt, dass die Delegation ärztlicher Leistungen an qualifizierte Fachkräfte ohne Qualitätsverlust möglich ist", sagte Hoffmann.

Zugleich war er bemüht, keine neue Diskussion über eine Konkurrenz zu den Hausärzten aufkommen zu lassen. "Es werden keine neuen Versorgungsstrukturen geschaffen. Der Hausarzt steht bei uns im Zentrum der Versorgung. Die DCM arbeiten eng mit den Hausärzten zusammen und unterstützen diese."

Fest steht, dass die Studie nicht ohne die Kooperation der Hausärzte möglich ist - über sie sollen die Patienten für die Studie gewonnen werden. Hausarzt Dr. Andreas Krüger aus Stralsund begrüßt die DCM: "Ich habe häufig nicht genügend Zeit, mich umfassend mit meinen Demenzpatienten und ihren Angehörigen auseinanderzusetzen", sagte Krüger.

Derzeit leben in Mecklenburg-Vorpommern rund 30.000 Demenzkranke mit stark steigender Tendenz.

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