Ministerin Giffey

Pflegemindestlohn ist „wichtiges Zeichen der Wertschätzung“

Ministerin Giffey verteidigt den geplanten Mindestlohn gegen Kritik. Die Grünen sprechen von einem „unangemessenen“ Signal. Die Pflegekammer Niedersachsen bringt einen ganz anderen Betrag ins Spiel.

Veröffentlicht: 30.01.2020, 13:56 Uhr
Pflegemindestlohn ist „wichtiges Zeichen der Wertschätzung“

Kein Personal weit und breit. Ist der Mindestlohn eine Lösung?

© upixa / stock.adobe.com

Berlin. Bundesseniorenministerin Franziska Giffey (SPD) hat den geplanten Pflegemindestlohn gegen Kritik verteidigt. „Die Empfehlungen der Pflegekommission sind ein wichtiges Zeichen für die Wertschätzung der Arbeit, die in den Sorgeberufen geleistet wird“, sagte Giffey am Donnerstagvormittag in Berlin.

Mit mindestens 15 Euro die Stunde für Pflegefachkräfte und zwölf Euro die Stunde für Pflegehilfskräfte ab Mitte 2021 werde „endlich eine gute Grundlage für attraktive Löhne in der Pflege geschaffen – und das in Ost und West gleichermaßen“, sagte die designierte Berliner SPD-Chefin. 2022 soll der Mindestlohn dann auf 15,40 Euro steigen.

Grüne: „Definitiv zu wenig“

Die gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion Maria Klein-Schmeink nannte einen Mindestlohn von 15 Euro dagegen „definitiv zu wenig“. Damit locke man keine jungen Menschen an.

„Überhaupt: Einen Fachkräfteberuf, in dem großer personeller Notstand herrscht, mit einem Mindestlohn abzuspeisen, ist unangemessen“, sagte die Grünen-Politikerin der „Ärzte Zeitung“ am Donnerstag. Der Pflegeberuf sei auch durch mehr medizinische Kompetenzen aufzuwerten.

Kammer will 4000 Euro brutto

Harsche Kritik äußerte auch die Pflegekammer Niedersachsen. „15 Euro Mindestlohn für Pflegefachpersonen sind ein Witz“, sagte Kammer-Präsidentin Sandra Mehmecke am Donnerstag.

Die Pflegekammer fordere langfristig ein Bruttogehalt von mindestens 4000 Euro im Monat für alle Pflegefachpersonen in Vollzeit – egal, in welchem Bereich sie tätig seien. „Die Pflege braucht keine kümmerlichen Mindestlöhne, sondern eine flächendeckende gute tarifvertragliche Bezahlung“, betonte Mehmecke. (hom)

Mehr zum Thema

Geltungssucht

Haftstrafe gegen Pflegehelfer

Einwanderung

Britische Kliniken bangen um Pflegekräfte

„Ärztetag“-Podcast

Um diese Themen dreht sich der DKK 2020

Schlagworte
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
EU-Kommission stockt Coronavirus-Hilfspaket auf

Impfstoff-suche

EU-Kommission stockt Coronavirus-Hilfspaket auf

Krebs im Alter: Nicht nur aufs Tumorstadium schauen!

Ganzheitliche Versorgung

Krebs im Alter: Nicht nur aufs Tumorstadium schauen!

Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen zu Cookies und und insbesondere dazu, wie Sie deren Verwendung widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.  Verstanden