Direkt zum Inhaltsbereich

Gesundheit vs. Imageproblem

Pharmaindustrie drängt in die Versorgung

Wissenschaftler, Politiker und Industrievertreter fordern eine stärkere Rolle der Pharmaindustrie in der Versorgung. Wie die aussehen soll, bleibt aber unklar.

Veröffentlicht:
Nicht nur als Mixturenmixer und Pillendreher - so sieht sich die Pharmaindustrie.

Nicht nur als Mixturenmixer und Pillendreher - so sieht sich die Pharmaindustrie.

© Franz Pfluegl / fotolia.com

BERLIN. Seit vielen Jahren wirbt der Berliner Gesundheitsökonom Professor Dirk Henke dafür, in der Gesundheitswirtschaft mehr zu sehen als nur einen Kostenfaktor für die gesetzliche Krankenversicherung.

So auch bei der öffentlichen Mitgliederversammlung des Verbands der forschenden Pharmaunternehmen (vfa). "Wir sparen am falschen Platz, wenn wir nur auf die Kosten schauen, statt auf die Effekte der Gesundheit auf die Produktivität", sagte Henke.

Die Pharmaindustrie könne und tue mehr als für ihre Produkte einen Preis zu verlangen, knüpfte der vfa-Vorsitzende, Dr. Hagen Pfundner, daran an.

Die Wertschöpfung, die die forschenden Arzneimittelhersteller generierten, leiste einen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung des Standorts Deutschland. Die Produkte lieferten zusätzlich eine Gesundheitsdividende. Das komme den Patienten zugute.

Skepsis wegen des Innovationstempos

Von der Politik wünsche er sich, dass sie neue Kooperationsformen zwischen Ärzten, Kassen, Wissenschaft und Industrie fördere, anstatt sie automatisch kritisch zu hinterfragen.

Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) verneinte, dass es dafür administrative Hindernisse gebe. Die Pharmaindustrie kämpfe vielmehr, was ihre Teilnahme an Versorgungsmodellen angehe, mit einem Imageproblem.

Ärzte sorgten sich um ihre Verordnungsfreiheit, wenn einzelne Arzneimittelhersteller in integrierten Versorgungsprojekten mitwirkten.

Der Berliner Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) verwies auf Verständnisprobleme zwischen Kassen und Anbietern. Bei den Kostenträgern komme man mit dem Innovationstempo in der Pharmaindustrie und der Medizintechnik nicht mehr mit. Daher rühre die Skepsis gegenüber der Industrie in der Versorgung. ( af)

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Cancer is Changing

Medizinischer Fortschritt: „Zwei von drei Krebspatientinnen leben heute länger als fünf Jahre nach der Diagnose“

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BeOne Medicines Germany GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Holzklötze mit Symbolen für verschiedene Versicherungsarten, dahinter eine Person im weißen Hemd.

© REDPIXEL / stock.adobe.com

Cancer is Changing

Medizinischer Fortschritt: „Zwei von drei Krebspatientinnen leben heute länger als fünf Jahre nach der Diagnose“

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BeOne Medicines Germany GmbH

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Arzneiforschung: Von Innovationen profitieren nicht nur Patienten, sondern immer auch die Gesellschaft als Ganzes.

© HockleyMedia24 / peopleimages.com / stock.adobe.com

Nutzenbewertung

Arznei-Innovationen: Investition mit doppeltem Nutzen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa)
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Auf einer Waage befindet sich ein Apfel sowie ein Maßband, daneben lieben Hanteln und ein grüner Blattsalat

© Davizro Photography / stock.adobe.com

Early-onset-Diabetes

Jeder zweite junge Erwachsene erreicht Diabetesremission

 erschöpfter Malermeister

© Adobe Firefly / Andrea Schudok / generated by AI

Kasuistik

Schwindel und Leistungsknick: Was sehen Sie im EKG?

Ältere Frau sitzt auf dem Boden und hält sich den Kopf.

© LIGHTFIELD STUDIOS / stock.adobe.com

Stürze vermeiden!

Synkopen wegen Blutdruck-Schwankungen: Worauf es dann ankommt