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Planetare Gesundheit

Schweiz stimmt für Klimaschutzgesetz – und im Sinne der Ärzteschaft

Bei der Volksabstimmung am Sonntag haben die Schweizer den Weg für ein Klimaschutzgesetz freigemacht. Das ist im Sinne einer entsprechenden Empfehlung des Berufsverbandes der Schweizer Ärzte.

Matthias WallenfelsVon Matthias Wallenfels Veröffentlicht:
Groß war die Freude bei den Befürworterinnen der Vorlage zum Klimaschutzgesetz, die am Sonntag zur eidgenössischen Abstimmung kam.

Groß war die Freude bei den Befürworterinnen der Vorlage zum Klimaschutzgesetz, die am Sonntag zur eidgenössischen Abstimmung kam.

© ALESSANDRO DELLA VALLE / KEYSTONE / picture alliance

Bern/Biel. Mit 59 Prozent Zustimmung ist am Sonntag bei der Volksabstimmung in der Schweiz der Weg frei gemacht worden für ein Bundesgesetz über die Ziele im Klimaschutz, die Innovation und die Stärkung der Energiesicherheit (KlG).

Mit dem KIG will die Schweiz schrittweise den Verbrauch von Erdöl und Erdgas senken. Ziel ist, dass die Eidgenossen bis 2050 klimaneutral werden. Im Vorfeld der Volksabstimmung hatte sich der Berufsverband der Schweizer Ärzte (FMH) für ein positives Votum bei seinen Mitgliedern geworben.

Dem vorausgegangen war Anfang Juni eine von der Ärztekammer – die Schweizer Version des Ärztetages – in Biel verabschiedete Empfehlung. „Ein Ja ist ein Bekenntnis für den Gesundheitsschutz, für die gesundheitliche Chancengleichheit und für eine gesunde und intakte Umwelt“, hieß es dort. Das KIG passt demnach in die Planetary-Health-Strategie des FMH.

Planetary-Health-Strategie

Bereits im September 2020 unterzeichnete die Delegiertenversammlung das „Manifest für eine gesunde Zukunft“ und erkennte damit den Klimawandel als substanzielle Bedrohung für die lokale und globale Gesundheit an, im Oktober 2021 verabschiedete die Ärztekammer dann ihre Planetary-Health-Strategie.

Inhaltlich befasst sich diese mit den Zusammenhängen zwischen der menschlichen Gesundheit und den sozialen, ökonomischen und politischen Systemen, sowie den natürlichen Systemen unseres Planeten, von denen die menschliche Existenz abhängt.

Die Strategie zeigt die Handlungsmöglichkeiten der Ärzteschaft in der Schweiz auf, um die Folgen des Klimawandels auf die Gesundheit der Schweizer Bevölkerung so gering wie möglich zu halten. Sie umfasst Ziele in den Bereichen Information, Reduktion, Adaptation und Vorbildrolle.

Handlungsbedarf in vier Kernbereichen

Mit der Strategie zur planetaren Gesundheit setzt sich die Ärzteschaft in der Schweiz zum Ziel, ihren Beitrag zur Reduktion der Treibhausgasemissionen zu leisten. Handlungsbedarf besteht demnach in vier Kernbereichen:

Information der Ärzteschaft und der Patientinnen sowie Patienten: Die Schweizer Ärzteschaft ist sich ihrer Handlungsmöglichkeiten bewusst und setzt sich dafür ein, dass Wissen und Kompetenzen zu Planetary Health sowohl aufgebaut als auch verbreitet werden.

Reduktion von Treibhausgasemissionen (Mitigation): Die Schweizer Ärzteschaft trägt bei der Erfüllung ihrer Aufgabe, die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung sicherzustellen, aktiv zur Reduktion der Treibhausgase und zur Ressourcenschonung bei. Damit beteiligt sie sich, im Rahmen der sich dabei bietenden Möglichkeiten, an der Erreichung der Emissionsreduktionsziele des Bundes.

Anpassung an voraussehbare klimatische Entwicklungen (Adaption): Die Schweizer Ärzteschaft setzt sich dafür ein, dass die Schweiz und ihr Gesundheitswesen an ein sich veränderndes Klima angepasst und resilient sind. Gesundheitsförderung und Prävention stehen im Fokus und vulnerable Bevölkerungsgruppen werden besonders geschützt.

Stärkung der Vorbildrolle von Ärztinnen und Ärzten: Die Schweizer Ärzteschaft setzt sich für eine Politik ein, welche die öffentliche und planetare Gesundheit schützt und fördert. Sie übernimmt dabei eine Vorbildrolle, unter anderem durch die Förderung von Co-Benefits.

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