Aut-idem-Ausschluss

Politiker machen Druck

Gesundheitspolitiker aller Fraktionen wollen der Selbstverwaltung Beine machen: Bis August soll eine Vereinbarung zu Aut-idem-Ausnahmen stehen.

Veröffentlicht:

BERLIN. Seit Oktober vergangenen Jahres können GKV-Spitzenverband und Deutscher Apothekerverband (DAV) vereinbaren, in welchen Fällen die Aut-idem-Substitution aus medizinischen Gründen unterbleiben soll.

Bislang haben die Verbände dazu zwar mehrere Gesprächsrunden absolviert, jedoch noch keinen Konsens erzielt.

Weil Gesundheitspolitikern aller Parteien die Angelegenheit inzwischen offenbar zu lange dauert, forderten sie die beiden genannten Verbände jetzt förmlich auf, zu Potte zu kommen.

Wörtlich heißt es in einem Entschließungsantrag, den der Gesundheitsausschuss des Bundestages kürzlich verabschiedete, GKV-Verband und Apothekerverband mögen "bis zum 1. August 2013 eine Entscheidung zur Nicht-Austauschbarkeit" vorlegen.

Eine rechtliche Wirkung entfaltet diese Aufforderung zwar nicht. Branchenbeobachter werten sie jedoch als eindeutiges politisches Signal für eine Gesetzesverschärfung, sollte die Selbstverwaltung ihr nicht nachkommen.

Gespräche mit Apothekern schon eine ganze Weile

Schwarz-Gelb hatte die Möglichkeit, die Aut-idem-Substitution einzuschränken, im 2. Gesetz zur Änderung arzneimittelrechtlicher und anderer Vorschriften als Kann-Regelung im Sozialgesetzbuch V verankert.

Demnach können die Partner des Arzneimittelrahmenvertrages nach Paragraf 129 SGB V vereinbaren, "in welchen Fällen Arzneimittel nicht (durch ein wirkstoffgleiches Arzneimittel - Red.) ersetzt werden dürfen."

Ann Marini, stellvertretende Pressesprecherin des GKV-Spitzenverbandes, erläuterte gegenüber der "Ärzte Zeitung", man sei nicht untätig gewesen. Die Gespräche mit den Apothekern würden schon eine ganze Weile andauern.

Grundsätzlich gebe es aber Dissens in Methodenfragen. So zögen es die Pharmazeuten vor, einfach einen Katalog von Wirkstoffen zu erstellen, die nicht auszutauschen seien.

Dagegen sei der Spitzenverband daran interessiert, zunächst eine Systematik zu erarbeiten, nach der dann einzelne von der Substitution auszunehmende Wirkstoffe identifiziert werden. (cw)

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Kolumne „Hörsaalgeflüster“

Veränderung bedeutet nicht immer Verlust

Interview

Werden kurative Therapieansätze im AMNOG benachteiligt, Herr Dr. Rasch?

Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Arzneiforschung: Von Innovationen profitieren nicht nur Patienten, sondern immer auch die Gesellschaft als Ganzes.

© HockleyMedia24 / peopleimages.com / stock.adobe.com

Nutzenbewertung

Arznei-Innovationen: Investition mit doppeltem Nutzen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa)
AMNOG-Verfahren: Plädoyer für ein Update

© Springer Medizin Verlag GmbH

AMNOG-Verfahren: Plädoyer für ein Update

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Review

RAS-Blocker präoperativ eher nicht absetzen?

Ergänzung zu Antibiotika?

Mit intravaginaler Ascorbinsäure gegen bakterielle Vaginose

Lesetipps
Eine Krankenschwester misst die Temperatur einer älteren Frau mit einem berührungslosen Infrarot-Thermometer.

© amnaj - stock.adobe.com

Bei Senioren

Hypothermie bei Sepsis – ein Warnsignal!