Gute Nachrichten des Jahres 2023

Positiver Jahresrückblick: Ampel pflanzt Blümchen für Heilkunde-Übertragung

Kompetenzen zur selbstständigen Heilkundeausübung durch Pflegekräfte – mit dem Pflegestudiumstärkungsgesetz ist ein erster Schritt in diese Richtung getan. Aus unserer Serie der guten Nachrichten im Jahr 2023.

Veröffentlicht:
Schriftzug "2023" mit einem Smiley als 0 auf pinkem Grund: Symbolbild für den positiven Jahresrückblick.

Gute Nachrichten aus dem Jahr 2023: Das ist unsere Serie dazu.

© [M] Aliaksandr / stock.adobe.com

Auf den letzten Metern hat die Ampel-Koalition noch einen Passus an ihr kürzlich verabschiedetes Pflegestudiumstärkungsgesetz dran gehängt, um Pflegeprofis größere Autonomie in der Versorgung zu ermöglichen. So sollen im Pflegestudium in einem ersten Schritt erweiterte Kompetenzen für die selbstständige Heilkundeausübung integriert, sprich gelehrt werden. Konkret geht es um Aufgaben in der Wund- und Diabetesversorgung und bei Demenz.

Lesen sie auch

Erweiterte Befugnisse zur Heilkundeausübung durch „alle“ Pflegefachkräfte sollen in einem „zweiten Schritt“ möglich werden – 17 Punkte eines geplanten Pflegekompetenzgesetzes hat Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) kürzlich umrissen. Seine Einschätzung: „Pflegekräfte dürfen heutzutage weniger als sie können.“

Widerstände zeichnen sich bereits ab

Freilich: Die Widerstände gegen das Ansinnen werden groß sein. Der Deutsche Hausärztinnen- und Hausärzteverband nennt die Pläne zwar „grundsätzlich“ richtig. Gleichwohl stellten sich eine Reihe von Fragen, so die Bundesvorsitzende des Verbands, Professor Nicola Buhlinger-Göpfarth. Diese Fragen beträfen etwa Themen wie „Budgetverantwortung, Haftung oder die Grenzen, innerhalb derer eine Übertragung von Versorgungsaufgaben“ stattfinden könne.

Lesen sie auch

Bis die zarten Pflänzchen der Heilkunde-Übertragung Richtung Pflege in der Regelversorgung gedeihen, wird es dauern. Viel davon ist bislang in Modellvorhaben in den Ländern „geparkt“, die überdies auf Einlösung durch Kassen und KVen vor Ort warten.

Moll: Arztvorbehalt in vielen Bereichen veraltet

Gleichwohl: Der Berufsgruppe Pflege größere Autonomie zu ermöglichen, ist ein gutes Signal für die Aufwertung des Berufs – und auch für das Anliegen, die Patientenversorgung stärker interprofessionell und auf Augenhöhe sicherzustellen.

Claudia Moll, Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, merkt dazu an: „Der Arztvorbehalt ist in vielen Bereichen veraltet. Pflegende brauchen mehr und eigenständige Handlungsspielräume.“ Das diene der Versorgungsqualität und der Berufszufriedenheit gleichermaßen, so die SPD-Politikerin. (hom)

Welche Entwicklung/Neuerung ist Ihnen 2023 besonders positiv in Erinnerung geblieben? Schreiben Sie uns an info@aerztezeitung.de

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Umgang mit Multimorbidität in der Langzeitpflege

© Viacheslav Yakobchuk / AdobeStock (Symbolbild mit Fotomodellen)

Springer Pflege

Umgang mit Multimorbidität in der Langzeitpflege

COVID-19 in der Langzeitpflege

© Kzenon / stock.adobe.com

Springer Pflege

COVID-19 in der Langzeitpflege

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Hämatologe gibt Tipps

Krebspatienten impfen: Das gilt es zu beachten

Lesetipps
Eine pulmonale Beteiligung bei Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) kann sich mit Stridor, Husten, Dyspnoe und Auswurf manifestieren. Sie zeigt in der Lungenfunktionsprüfung meist ein obstruktives Muster.

© Sebastian Kaulitzki / stock.adobe.com

Morbus Crohn und Colitis ulcerosa

Wenn der entzündete Darm auf die Lunge geht

Die elektronischen Monitoring-Devices könnten gezielt Patienten mit unkontrollierter Erkrankung verordnet werden, um zu messen, ob es bei der Inhalation an der Regelmäßigkeit, der Technik oder an beidem hapert und dann genau da zu schulen, wo es Probleme gibt.

© tadamichi / stock.adobe.com

Neue Möglichkeiten

So hilfreich können Smart Inhaler bei Asthma oder COPD sein