Medizinstudium

Regierung will Defizite beheben

Die Bundesregierung geht das Medizinstudium an. Die teuren Studienplätze sollen mehr gesellschaftlichen Ertrag abwerfen.

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Die Regierung plant Reformen beim Medizinstudium.

Die Regierung plant Reformen beim Medizinstudium.

© Peter Atkins/Fotolia.com

BERLIN. Die Regierung plant Reformen beim Medizinstudium. Der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Jens Spahn (CDU), hat eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe dazu angekündigt.

"Nach der Uniklinikfinanzierung sprechen wir über das Medizinstudium", sagte Spahn bei der Hauptversammlung des NAV-Virchowbundes am Freitag in Berlin.

Die Koalition will damit offenbar den Druck auf die Länder erhöhen, bereits erkannte Defizite im Medizinstudium anzugehen. "Die Gesundheitsminister der Länder beschließen dauernd, was sich ändern muss. Aber die Wissenschaftsminister tun nichts", sagte Spahn.

Deshalb sollen die für die Universitäten zuständigen Länderressorts von Anfang an mit an diesem Runden Tisch sitzen, kündigte Spahn an. Auch die Fakultäten und die Ärztekammern müsse man dazuholen. Die Geduld der Bundespolitiker scheint erschöpft.

Es gebe kein anderes Studienfach, in dem das Missverhältnis zwischen dem, was an gesellschaftlichem Bedarf da sei und dem was tatsächlich rauskomme, so groß sei, sagte Spahn.

Die Ärztin Sabine Dittmar, für die SPD im Bundestag, warnte vor den Lücken in der Aus- und Weiterbildung. In der ärztlichen Ausbildung würden nur sehr ausgewählte Krankheitsbilder vermittelt.

Mancher Ordinarius habe noch nicht verstanden, dass viele Krankheiten komplett in den ambulanten Sektor abgewandert seien und in den Kliniken nicht mehr vermittelt würden, ergänzte der NAV-Virchowbund-Vorsitzende Dr. Dirk Heinrich.

Die Weiterbildung müsse ambulanter werden. Damit lasse sich auch Interesse an der Niederlassung wecken.

Nachdem die Koalition bereits erste gesetzliche Schritte zur Stärkung der hausärztlichen Weiterbildung unternommen hat, rückt auch die fachärztliche Weiterbildung in den Fokus.

"Der Einfluss der Weiterbildung auf die Patientenversorgung ist enorm, sagte Dr. Ellen Lundershausen von der BÄK.

Heinrich bleibt für weitere vier Jahre Bundesvorsitzender des NAV-Virchowbundes. Die Delegierten bestätigten den Hamburger HNO-Arzt am Samstag in Berlin mit 96 Prozent der Stimmen im Amt.

Dr. Veit Wambach aus Nürnberg ist weiterhin sein Stellvertreter. (af)

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