Nordrhein-Ärzte fordern

Regress-Prüfungen sofort stoppen!

Veröffentlicht:

KÖLN. Mitglieder des Hausärzteverbands in Nordrhein fordern einen sofortigen Stopp des bisher praktizierten Systems der Wirtschaftlichkeitsprüfungen. Sie wollen verschiedene Anträge zum Thema in die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNo) einbringen, die am 8. April zusammen-kommt.

Damit wollen die Hausärzte erreichen, dass die geltende Richtgrößenvereinbarung zwischen der KVNo und den Krankenkassen sofort gekündigt wird. Sie soll durch Nachfolgeregelungen ersetzt werden, "die keine Versorgerpraxis mehr bedrohen und Verfahren unterziehen, in denen die Rechte der Vertragsärzte und damit der von ihnen versorgten schwerkranken Patienten massiv beeinträchtigt werden", erläutert Dr. Ralph Krolewski. Er ist Mitglied der KVNo-VV und gerade als Vorsitzender des Hausärzteverbands im Oberbergischen Kreis bestätigt worden.

Die Hausärzte stützen sich auf ein rechtskräftiges Urteil des Landessozialgerichts Nordrhein-Westfalen vom 15. April 2015 (Az.: L 11 KA 116/13, die Ärzte Zeitung berichtete). Dort hatten die Richter den Umgang der nordrheinischen Prüfgremien mit Praxisbesonderheiten als nicht rechtmäßig eingestuft.

"Aufgrund des Urteils sind die Verantwortlichen zum Handeln aufgefordert, die Missstände ein für alle Mal aus der Welt zu schaffen, unter denen unsere Kolleginnen und Kollegen jahrelang stark gelitten haben", betonen Krolewski und sein Stellvertreter Dr. Thomas Aßmann. Das bisherige Regress-System in Nordrhein habe ein Angstklima erzeugt, das sich äußerst nachteilig auf die Versorgung auswirke.

"Mit Wirtschaftlichkeitsprüfungen als reines Abschreckungsinstrument muss ein für alle Mal Schluss sein", heißt es in einer einstimmig verabschiedeten Resolution des Verbands. Die oberbergischen Hausärzte fordern, die unter den derzeitigen Richtgrößenvereinbarungen abgeschlossenen Regressverfahren inklusive der abgeschlossenen Vergleiche durch unabhängige ärztliche Gutachter überprüfen zu lassen. (iss)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Gesundheitspolitik im Rückspiegel

„Das war ein schwieriges Jahr“

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Zum Jahresstart

Das ändert sich 2026 für Praxen

Gebrechliche Patienten

Hüft-Operation bei Herzpatienten: Wie sich Risiken minimieren lassen

Sie fragen – Experten antworten

Polio und Diphterie: Impfen bleibt zentraler Baustein

Lesetipps
Eine Person hält drei Figuren in den Händen

© Suriyo/stock.adobe.com

Man kann nicht nicht führen

Mitarbeiterführung in der Arztpraxis: Tipps für Praxisinhaber

Frau telefoniert

© Matthias Balk / picture alliance

Kontakt mit Patienten

Arztpraxis ohne Telefon: Kann das funktionieren?