Berufspolitik

Rösler: Meine Kinder nur zum Pädiater!

BERLIN (dpa/HL). Angesichts zehntausender Kinder in Hausarztprogrammen hat sich Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) für den Besuch der Minderjährigen beim Kinderarzt stark gemacht.

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Zum Pädiater: Für Philipp Rösler kommt niemand anderes infrage, wenn es um seine Kinder geht.

Zum Pädiater: Für Philipp Rösler kommt niemand anderes infrage, wenn es um seine Kinder geht.

© Kzenon / fotolia.com

"Meine Kinder sind jetzt zwei - und ich würde gar nicht im Traum drauf kommen, mit ihnen zum Hausarzt zu gehen", sagte der Vater von Zwillingen am Donnerstag beim Besuch einer Kinderarztpraxis in Berlin. Hausärzte hätten häufig ein finanzielles Interesse daran, dass Kinder in Hausarztprogramme eingeschrieben werden.

Im Hausarztvertrag der AOK Baden-Württemberg sind nach Angaben des Landessozialministeriums rund 60 000 Kinder und Jugendliche eingeschrieben. Der Berufsverband der Kinderärzte sieht das mit großer Skepsis, weil er Allgemeinärzten nicht die Expertise zur Behandlung von Kindern zutraut. Hausärzte betonen dagegen ihre Rolle in der Langzeitbetreuung von Familien.

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Kommentare
Veröffentlichte Meinungsäußerungen entsprechen nicht zwangsläufig der Meinung und Haltung der Ärzte Zeitung.
Dr. Thomas Georg Schätzler

Zum letzten Beitrag von Kollege Thomas Prouschil: Auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil!

Ihre Argumentation, Herr Kollege Thomas Prouschil, ist breit und bräsig. Auch ein dickes Lehrbuch der Kinderheilkunde (und Kinderchirurgie) disqualifiziert sich nicht durch die Genauigkeit und Ausführlichkeit seiner Darstellung. Aber vielleicht hatten Sie ja auch Probleme, was Dr. Carsten Scholz als Meinung der Delegiertenversammlung des Deutschen Hausärzteverbandes per E-Mail und auch als Beitrag des Forums Pädiatrie im HÄV so exakt und kollegial dargestellt hatte, selbst zu verinnerlichen.
Ihre Polemik fällt auf Sie selbst zurück. Mit kollegialem Gruß!

Thomas Prouschil

Recht so...

Das ein Großteil der Hausärzte so denkt, wie in den voluminösen Kommentaren, liegt schlicht und ergreifend einfach daran, dass ihr Wissen um die Komplexität der Pädiatrie nicht ausreicht. Sonst würde keine solche kollektive Selbstüberschätzung stattfinden.

Gabriele Wagner

Delegiertenversammlung des Deutschen Hausärzteverbandes rügt Bundesgesundheitsminister Rösler

Per E-Mail schickte uns Dr. Carsten Scholz diese ergänzende Information:

Beschlüsse der Delegiertenversammlung des Deutschen Hausärzteverbandes am 16./17. September 2010 in Berlin (nachzulesen unter http://www.hausaerzteverband.de/cms/fileadmin/user_upload/redaktion/bundesverband/news/beschluesse/2010_09_16_beschluesse.pdf):

Die Delegiertenversammlung kritisiert und missbilligt die Äußerungen des Bundesgesundheitsministers Rösler in der Ärztezeitung vom 17./18.09.2010 angesichts millionenfacher Behandlungen von Kindern durch Hausärzte.
Rösler äußerte sich wie folgt: „Meine Kinder sind jetzt zwei - und ich würde gar nicht im Traum darauf kommen, mit ihnen zum Hausarzt zu gehen.“ Die deutsche Hausärzteschaft ist empört und verwahrt sich gegen einen erneuten Angriff des Bundesgesundheitsministers auf die Kompetenz der deutschen Hausärzteschaft in einer scheinheiligen negativen Qualitätsdiskussion.

Der Minister maßt sich an, in das gewachsene Vertrauensverhältnis von Eltern und behandelnden Hausärzten einzugreifen. Er kritisiert und bevormundet die Eltern, die sich für eine Teilnahme ihrer Kinder an der hausärztlichen Versorgung entscheiden.
Es ist traurig aber auch bezeichnend, dass dem Ressortminister für Gesundheit nicht bekannt zu sein scheint, dass die Sicherstellung der medizinischen Versorgung für Familien auf dem Lande zum überwiegenden Teil von den Hausärzten gewährleistet wird.

Christoph Polanski

Und was ist mit Tierärzten?

Müssen wir tatsächlich unseren Regierungkabarettist und seine Sprüche erst nehmen?
Hundeverzehrer können ihre Kinder auch zum Tierarzt bringen :)

Frank Wagner

Rösler: Meine Kinder nur zum Pädiater?

Welcher Pädiater? Wenn es in vielen Städten und Dörfern keinen gibt und selbst der Besuch bei einem Hausarzt zum Luxus wird. Mit einem kranken Kind wuerde ich keinen langen Fahrten unternehmen und dann Stundenlang warten. Ausserdem kennen Hausärzte die Familien und die Neugeborenen sehr gut bereits vor der Geburt, wissen viel auch ueber das soziale Umfeld. Bitte sachlich diskutieren und vor allem mal die Realitäten zur kenntnis nehmen.

Frank Wagner


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