Prävention

Rösler will betriebliche Gesundheitsförderung stärken

Die meisten Unternehmen wissen, dass betriebliche Gesundheitsförderung sinnvoll ist. Angeboten wird sie trotzdem selten.

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Ein Betriebsarzt zeigt die korrekte Haltung anhand eines Wirbelsäulen-Modells.

Ein Betriebsarzt zeigt die korrekte Haltung anhand eines Wirbelsäulen-Modells.

© Sämmer / imago

BERLIN (af). Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) hat seine Initiative für mehr Gesundheitsfürsorge gestartet. Sie setzt an den Arbeitsplätzen an. Betriebliche Gesundheitsförderung verringere sowohl die Krankheitskosten als auch die Fehlzeiten von Arbeitnehmern um mehr als ein Viertel, sagte Rösler unter Verweis auf aktuelle Studien.

Gerade kleine und mittelständische Unternehmen wolle er verstärkt über die Vorteile der betrieblichen Gesundheitsförderung aufklären, sagte er bei der Veranstaltung seines Hauses "Unternehmen unternehmen Gesundheit" in Berlin. Haus- und Kinderärzte wolle er in diese Aufgabe einbinden.

Die alarmierende Zunahme psychischer Erkrankungen müsse ebenso Niederschlag in der betrieblichen Gesundheitsförderung finden wie muskuloskelettale Erkrankungen. Rösler hatte sich im Oktober gegen ein Präventionsgesetz ausgesprochen. Stattdessen wolle er mit der Aufwertung der "sprechenden Medizin" Anreize bei den niedergelassenen Ärzten setzen, sich mehr zu engagieren.

Zweite Säule der Präventionsstrategie solle eine stärkere Aktivierung der betrieblichen Gesundheitsförderung sein. Den Grund für die Initiative nannte Rösler auch: "Das Ministerium beschäftigt sich damit aus finanziellen Gründen." Die Menschen müssten in die Lage versetzt werden, ihren Beitrag zu leisten, gesund zu bleiben.

Die Prävention könne in der Finanzierung des Gesundheitswesens eine Rolle spielen, pflichtete Dr. Joachim Kartte von der Unternehmensberatung Roland Berger bei. Nachgewiesen seien Einsparungen bei den Krankheitskosten nicht nur in den Betrieben. Die wachsende Zahl an Menschen, die sich Präventionsleistungen kauften, fördere das Wachstum des zweiten Gesundheitsmarktes. Die Zielgruppe aller Präventionsanstrengungen zähle aber nicht zu den Selbstzahlern.

Den Untersuchungen von Roland Berger zufolge leben 27 Prozent aller Bürger ungesund. Ihr Verhalten lasse sich durch direktes Belohnen für gesundes Verhalten beeinflussen. Dafür ständen Wahltarife und Bonusprogramme der Kassen bereits zur Verfügung.

Die betriebliche Gesundheitsförderung ist in der überwiegenden Mehrheit der Unternehmen bekannt. 63 Prozent der von Roland Berger befragten Unternehmen bieten aber trotzdem keine entsprechenden Angebote an. Vor allem in kleineren und mittleren Unternehmen fehle es dafür an Ressourcen.

Auf der anderen Seite böten Kassen und Unfallversicherungsträger als vom Gesetzgeber mit der betrieblichen Gesundheitsförderung beauftragte Körperschaften zu wenig Anreize, sich stärker mit dem Thema zu befassen, sagte Kartte. Abhilfe schaffen könne eine Präventionspauschale, die in den Gesundheitsfonds eingebaut würde.

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