Rettungsdienst

Saarland fremdelt mit Spahn

Die saarländischen Landkreise warnen vor Nebenwirkungen der Rettungsdienst-Reform auf die Kooperation vor Ort.

Veröffentlicht: 29.10.2019, 14:13 Uhr

Saarbrücken. Die Pläne von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zur Umgestaltung des Rettungsdienstes stoßen bei den saarländischen Landkreisen auf Widerstand.

Der Landkreistag warnte vor den Folgen, wenn der Bund den Zugriff auf zentrale Bestandteile des Rettungswesens bekäme und die Krankenkassen weitgehend die Ausgestaltung des Rettungsdienstes bestimmen könnten. Die schnelle Hilfeleistung über die Nummer 112 werde „durch unklare Regelungen“ ebenso gefährdet wie das gute Zusammenwirken von Kommunen, Hilfsorganisationen und Kostenträgern.

Probleme gebe es tatsächlich an anderer Stelle, nämlich bei der hausärztlichen Versorgung außerhalb der Sprechzeiten im ambulanten Bereich. Dies äußere sich in der Anforderung von Rettungswagen ohne Vorliegen eines akuten Notfalls und in überfüllten Notaufnahmen von Krankenhäusern durch Patienten, die von den Bereitschaftsdiensten von Hausärzten nachts oder an Wochenenden nichts wüssten.

Anrufe über 112 und 116117 landen bei der integrierten Leitstelle

Der Vorsitzende des Landkreistages Patrik Lauer (SPD) und sein Stellvertreter Udo Recktenwald (CDU) verwiesen darauf, dass im Saarland Rettungsdienst und kommunale Leitstellen funktionierten und erfolgreich mit der KV kooperierten.

So werden an der Saar sowohl Anrufe über die Servicenummer 116 117 als auch über die Notrufnummer 112 über die integrierte Leitstelle abgewickelt. Eine weitergehende Regelung des Bundes bedürfe es nicht und sei auch kontraproduktiv.

Würden beispielsweise bundesweite Vorschriften zur Planung der Rettungswachen-Standorte erlassen, sei keine bedarfsgerechte örtliche und regionale Planung durch den Rettungszweckverband mehr möglich, erklärte Recktenwald. Auch die enge Verzahnung von Rettungsdienst, Feuerwehr und Katastrophenschutz werde von Spahn völlig ausgeblendet.

Der Gedanke der kommunalen Leitstellen gehe damit aber weit über den Rettungsdienst hinaus, sondern betreffe auch Großschadenslagen wie Waldbrände, Überflutungen oder schwere Unfälle, gaben Lauer und Recktenwald zu bedenken. (kud)

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