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Prävention

Schlaganfall-Prophylaxe mit Reserven

Bis zu 9400 Schlaganfälle wären vermeidbar, wenn ältere Patienten systematisch auf Vorhofflimmern gescreent würden, so eine IGES-Studie.

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BERLIN. Weil Vorhofflimmern bei Betroffenen in Deutschland häufig nicht diagnostiziert wird, werden Präventionsmöglichkeiten gegen erstmaligen Schlaganfall nicht ausgeschöpft. Das sagte Hans-Holger Bleß vom Institut für Gesundheits- und Sozialforschung (IGES) Berlin bei einer Veranstaltung von Boehringer Ingelheim zum Thema Schlaganfallversorgung in der Hauptstadt.

Nach Angaben von Professor Joachim Röther von der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft gehen 25 Prozent aller rund 260 000 Schlaganfälle in Deutschland pro Jahr auf Vorhofflimmern zurück. Weitere bekannte Hauptursachen sind hoher Blutdruck, Rauchen, Diabetes und Bewegungsmangel.

Bleß sprach sich für ein generelles Screening zur Erkennung von Vorhofflimmern bei Patienten über 65 Jahren aus. "Ärzte sollten zunächst den Puls ertasten und bei Unregelmäßigkeiten ein EKG einsetzen", sagte er.

Dies sei kostengünstiger als der unmittelbare EKG-Einsatz, aber ebenso effektiv. In der Fläche seien solche Screenings aber nicht die Regel. So werde ein großes Potenzial zur Verhinderung eines erstmaligen Schlaganfalls verschenkt.

"Durch verbesserte Risikoprävention könnten bis zu 9400 erstmalige Schlaganfälle im Jahr verhindert werden", schätzt er. Das Einsparungspotenzial bezifferte er auf 400 Millionen Euro.

Aber auch bei diagnostizierten Fällen von Vorhofflimmern werden die Behandlungsmöglichkeiten zur Prävention von Schlaganfällen nicht immer optimal genutzt, berichtete Bleß.

So sei die orale Antikoagulation (OAK) nur dann eine wirksame Prävention, wenn sie kontinuierlich erfolgt. Eine Analyse der GKV-Abrechnungsdaten von 183 000 Versicherten zeige aber, dass die OAK nur bei 30 bis 40 Prozent der Betroffenen durchgehend vorgenommen wurde.

Der Geschäftsführer von Boehringer Ingelheim Deutschland Ralf Gorniak warb für eine enge Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure in der Versorgung.

"Vernetzung ist ein zentrales Thema, wir benötigen Aufklärung und eine möglichst frühe Behandlung von Schlaganfall-Patienten", sagte er. "Die Risikofaktoren werden von den Menschen häufig falsch gedeutet." (tau)

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