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Schwierige Routine bei Krebs-Meldungen

Christian BenekerVon Christian Beneker Veröffentlicht:

Das Land Niedersachsen will Kliniken und Niedergelassene dazu verpflichten, Krebserkrankungen zu melden - aus gutem Grund: Einzelne Diagnosen sind laut jüngsten Jahresberichtes des Niedersächsischen Krebsregisters zu weniger als 90 Prozent gemeldet. Insgesamt sind sogar 38 Prozent aller Meldungen unvollständig.

Derzeit sind in Niedersachsen nur die Pathologen verpflichtet, Krebserkrankungen zu melden. Selbstverständlich ist das zu wenig. Das Vorhaben der Landesregierung, eine Meldepflicht einzuführen, ist begrüßenswert. Die Daten können helfen, mehr über die Ursachen, Verbreitung und Früherkennung von Krebs zu erfahren.

Allerdings werden niedergelassene Hausärzte oder Gynäkologen es wohl schwerer haben, in ihren Praxen Routinen zur Meldung von Krebserkrankungen zu entwickeln, weil bei ihnen - anders als etwa bei Onkologen - meist relativ wenige Meldungen fällig werden.

Indessen wissen gerade Hausärzte: Ein Register ist kein Allheilmittel. Krebspatienten brauchen nicht nur Registratur ihrer Daten und einen Nachsorgepass. Sie brauchen Begleitung durch diese schwierige Lebens- und manchmal auch Sterbensphase. Auch hier ist besonders der Hausarzt gefragt.

Lesen Sie dazu auch: Niedersachsen plant Krebs-Meldepflicht für alle Ärzte

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