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Pädiatrie

Sichere Arzneien für Kinder Mangelware

Viele Arzneimittel sind nicht für Kinder zugelassen. Nötig ist daher intensivere Forschung. Der Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller will das jetzt anpacken.

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BERLIN. Es gibt zwar zahlreiche Kinderkrankheiten, jedoch nicht immer das richtige Medikament dafür. Denn nach wie vor fehlen Arzneimittel, die speziell für Kinder zugelassen und sicher sind.

Der Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller (BAH) will das jetzt ändern und hat dazu den Verein "Initiative Arzneimittel für Kinder" gegründet.

"Unser zentrales Ziel ist es, eine intensivere Forschung für Kinderarzneien auf den Weg zu bringen. Wir brauchen langfristig zuverlässige Medikamente, die in ihrer Wirksamkeit speziell für Kinder und Jugendliche geprüft sind," sagte Dr. Andreas Franken, Geschäftsführer des Vereins auf der 60. Mitgliederversammlung in Berlin.

In seinen politischen Forderungen plädiert der BAH dafür, speziell für den pädiatrischen Einsatz entwickelte Medikamente (PUMA) von der Nachweispflicht eines Zusatznutzens freizustellen und die Kinderarzneimittel zudem über separate Festbetragsgruppen zu vergüten.

Wenn Kinder krank werden, haben Ärzte bislang selten die Qual der Wahl. Nicht selten greifen sie dann auf Arzneien für Erwachsene zurück. Dieser sogenannte Off-Label-Use bei Kindern sei in Deutschland, so Franken, und auch anderen europäischen Ländern stark verbreitet.

Das habe jedoch seine Tücken. Schließlich fehlten sichere Erkenntnisse, wie diese Arzneien bei Kindern wirken, in welcher Dosis sie zu verabreichen sind und ob sie überhaupt vertragen werden. "Die Dosis, einfach aus dem Bauch heraus herabzusetzen, reicht nicht aus", sagt Franken.

Grund für diese Versorgungslücke ist eine Forschungslücke. Die EU hat 2007 alle Arzneimittel-Hersteller verpflichtet, neue Wirkstoffe auch bei Kindern zu testen. Dies berücksichtigte auch, dass Forschung und Entwicklung dieser speziellen Arzneien teuer sind.

In Deutschland aber blieb man dabei, die pädiatrische Forschung der Freiwilligkeit zu überlassen. Der Aufwand der Hersteller, so Franken, wird damit nicht honoriert. (wer)

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