Brandenburg

So geht Vermittlung ausländischer Fachkräfte

Brandenburg bringt Geflüchtete rasch in ihren Ursprungsberufen unter: Gezieltes Matching macht das möglich.

Von Angela Misslbeck Veröffentlicht: 14.02.2019, 17:06 Uhr

POTSDAM. Das Land Brandenburg setzt darauf, Geflüchtete aus den Gesundheitsberufen schnell als Fachkräfte an Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen zu vermitteln.

Im Modellprojekt „National Matching Brandenburg“ ist das seit dem Start 2016 bereits 40 mal gelungen. Nun hat das Landesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie (MASGF) die Förderung von 310.100 Euro für die zweite Projektphase bis Ende 2020 beschieden.

„Die gezielte Betreuung und Vorbereitung trägt dazu bei, Geflüchtete und andere Zugewanderte möglichst schnell wieder in den Beruf zu integrieren. Zugleich hilft uns das Projekt, dem Fachkräftemangel im Gesundheitswesen zu begegnen“, sagt Gesundheitsstaatssekretär Andreas Büttner (Linke). Es zahle sich aus, dass das Land sich frühzeitig auf die Suche nach Lösungen für den sich abzeichnenden Fachkräftemangel im Gesundheitswesen gemacht habe.

Die Idee, Geflüchtete und Zugewanderte schnell in ihre erlernten Berufe zu bringen, stammt nach Büttners Angaben aus Schweden. Das Brandenburger Konzept arbeitet zudem mit Anleihen aus Großbritannien und Tschechien. „Die Menschen können ein Gewinn sein, gleichwohl müssen wir an den Baustellen Spracherwerb, kulturelle und ethische Wertevermittlung weiter arbeiten“, sagt er.

Unterstützung bei Sprachkursen

146 Teilnehmer aus 29 Ländern machen bisher bei dem Projekt mit. In Arbeits- oder Ausbildungsverhältnisse wurden 40 der Teilnehmer vermittelt. Darunter sind auch Ärzte aus dem Ausland, die in Berlin bereits den Spracherwerb und die Berufsanerkennung abgeschlossen haben. Viele Teilnehmer sind nicht sofort arbeits- oder ausbildungsfähig, sondern müssen diese beiden Hürden noch überwinden.

Sie erhalten Unterstützung bei der Auswahl der richtigen Sprachkurse und Qualifizierungsmodule und bei der Anerkennung von Schul- und Berufsabschlüssen. Außerdem erwerben sie in dem Projekt Basiskompetenzen für das deutsche Gesundheitswesen. Ihre „Soft Skills“ werden mit einem speziellen Verfahren erfasst. Die Fähigkeiten werden dann mit den Bedürfnissen der Arbeitgeber abgeglichen („Matching“).

Das Projekt setzen die Wequa (Wirtschaftsförderungs- und Qualifizierungsgesellschaft) Lauchhammer, die Klinikum Campus GmbH Klettwitz und die Adler Management UG Berlin in einer Kooperation um. Sie arbeiten dabei mit Jobcentern und Behörden zusammen. Auch die AOK Pflegeakademie unterstützt das Projekt. Kliniken, Altenpflege- und Reha-Einrichtungen sowie das Ärztenetz Südbrandenburg sind als potenzielle Arbeitgeber beteiligt.

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