Direkt zum Inhaltsbereich

Bundeswehr

Soldaten sind öfter psychisch erkrankt

In der Bundeswehr steigt die Sensibilität bei PTBS- Erkrankungen. Doch es fehlen Behandlungsplätze.

Veröffentlicht:

BERLIN. Psychische Probleme von Soldaten in Folge von Einsätzen werden in der Bundeswehr anders als früher nicht mehr unterschätzt. Die Betreuung und Behandlung der Patienten hat sich "deutlich verbessert", erklärt der Wehrbeauftragte des Bundestags, Hans-Peter Bartels, in seinem am Montag vorgestellten Bericht für 2016.

Dennoch sieht der SPD-Politiker "Nachsteuerungsbedarf". Zwar sei die Zahl der Soldaten mit einsatzbedingten Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) im ersten Halbjahr 2016 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht rückläufig gewesen, heißt es im Bericht.

Dagegen hätten andere psychische Erkrankungen – genannt werden Angststörungen und affektive Störungen – um 40 Prozent im Vergleich zu 2015 zugenommen. Gestiegen sei außerdem die Zahl der chronifizierten Patienten, bei denen zusätzlich somatische Erkrankungen hinzukommen. Zahlen dazu werden im Bericht nicht genannt.

Bis zu sechs Monate Wartezeit

Bartels moniert, selbst bis zum Jahr 2020 sollten die Bundeswehrkrankenhäuser nach der aktuellen Planung nur 75 Prozent des Bedarfs an kurativen Behandlungsleistungen im Fachgebiet Psychiatrie und Psychotherapie abdecken. Das Verteidigungsministerium habe zwar die Einrichtung von psychiatrischen Tageskliniken angekündigt, dies seit 2016 aber nicht realisiert worden.

Die Wartezeit auf einen stationären Behandlungsplatz in einem Bundeswehrkrankenhaus für PTBS-Patienten hat die Bundesregierung im April 2016 mit "drei bis sechs Monaten" angegeben. Bundesweit stünden 87 stationäre Plätze zur Verfügung.

Bei der ambulanten psychotherapeutischen Behandlung kooperiert die Bundeswehr überwiegend mit zivilen Psychotherapeuten. Mit der Bundespsychotherapeutenkammer ist seit 2013 vereinbart, dass auch Therapeuten ohne kassenärztliche Zulassung hinzugezogen werden können. Bartels kritisiert, diese Therapeuten würden schlechter honoriert als ihre Kollegen mit Kassenzulassung. (fst)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Update Multiple Sklerose: Aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungen

© libre de droit | iStock

Update MS

Update Multiple Sklerose: Aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungen

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Einfluss der MS-Therapie auf Immunzellen im Liquor

© Yozayo | iStock

Intrathekale Entzündung

Einfluss der MS-Therapie auf Immunzellen im Liquor

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Ein erreichbares Ziel bei MS?

© Merck KGaA

Therapiefreie Remission

Ein erreichbares Ziel bei MS?

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Schlafstörung lindern ohne Toleranzentwicklung

© Springer Medizin Verlag GmbH

Schlafstörung lindern ohne Toleranzentwicklung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Hennig Arzneimittel GmbH & Co. KG, Flörsheim
Tabelle: Wofür Cannabinoide in Deutschland verordnet werden – Zwischenergebnisse der Begleiterhebung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)

© Grafik: Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [2]

Medizinisches Cannabis

Vollspektrum-Cannabisextrakte für eine einfache, orale, langwirksame Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Tilray Deutschland GmbH, Berlin

MS-Patientin: mit Cannabinoiden zurück ins Leben

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bionorica ethics GmbH, Neumarkt
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Daten aus Japan

Extreme Hitze scheint Demenz zu beschleunigen

Arbeitserleichterung

So schenkt KI Ärztinnen und Ärzten mehr Zeit für Patienten

Lesetipps
Ein alter Patient sitzt einer jüngeren Ärztin gegenüber.

© Ben / stock.adobe.com / generated AI

Prävalenz-Vergleich der Kreise

Auffällig hoher Anteil an multimorbiden Menschen in Ostdeutschland