Sozialpädiatrisches Zentrum mit hoher Kompetenz

Am sozialpädiatrischen Zentrum der Charité arbeiten viele Professionen zum Wohl der kleinen Patienten eng zusammen. Die hohe Qualität ist jetzt verbrieft.

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Elinor Lorenz-Ginschel von der Zertifizierungsstelle DEKRA überreicht dem Ärztlichen Leiter Dr. Theodor Michael die Zertifizierungsurkunde. © inh

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BERLIN (inh). Das ambulante Sozialpädiatrische Zentrum (SPZ) der Charité-Universitätsmedizin Berlin hat jetzt eine Zertifizierung nach dem von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) entwickelten Qualitätsmanagementverfahren QEP erhalten.

"Das SPZ zeichnet sich vor allem durch seine Multiprofessionalität und Interdisziplinarität aus", sagt Karola Pötter-Kirchner, ehemalige Qualitätsbeauftragte des SPZ. Die kleinen Patienten werden immer von mehreren Professionen - Ärzten, Therapeuten, Psychologen und Sozialarbeitern - gesehen, die gemeinsam Behandlungspläne erstellen. Auch eine enge Vernetzung mit der Kinderklinik der Charité gehört dazu. Darum bedurfte es laut Pötter-Kirchner vor allem Regelungen der Prozessoptimierung. Prozesse mussten hinterfragt, neu bewertet und vor allem schriftlich festgehalten werden. "Diese schriftliche Fixierung ist ganz wesentlich für die Arbeit in einer so großen Einrichtung mit wechselndem Personal", so Pötter-Kirchner.

"Wir haben 150 Mitarbeiter und eine gewisse Fluktuation", erklärt Dr. Theodor Michael, Ärztlicher Leiter des Zentrums. "Für einen reibungslosen Ablauf benötigen wir also einen Standard, mit dem neue Mitarbeiter gut eingearbeitet werden und in kürzester Zeit lernen, wie unsere Einrichtung funktioniert." Das SPZ hat dafür einen Katalog mit Angaben dazu erarbeitet, was ein neuer Mitarbeiter zu welchem Zeitpunkt erlernt haben muss. Zusätzlich steht jedem neuen Mitarbeiter ein Mentor zur Seite. Innerhalb der Probezeit gibt es zwei Gespräche zwischen Mitarbeiter, Mentor und dem jeweiligen Bereichsleiter. In dem Zentrum werden nach Angaben des Leiters momentan bis zu zwölftausend chronisch kranke Kinder pro Jahr betreut. Zwei Drittel davon kommen aus Berlin, die anderen aus dem Umland, stellenweise sogar aus der gesamten Republik. "Im Gegensatz zu anderen Sozialpädiatrischen Zentren, die sich vor allem auf neurologische Erkrankungen und Entwicklungsstörungen fokussieren, behandeln wir hier Kinder mit allen chronischen Erkrankungen, die die Teilhabe eines Kindes am Alltag behindern. Dazu gehören zum Beispiel auch onkologische Erkrankungen, Rheuma oder Diabetes mellitus", erklärt Michael.

Eine qualitativ hohe Versorgung erfordert entsprechende Ressourcen. Das Zentrum erhält momentan pro Patient und Quartal eine Vergütungspauschale. Diese aber reicht laut Michael mittlerweile nicht mehr aus. "Die Pauschale ist zehn Jahre alt. In den letzten Jahren hat es jedoch erhebliche Lohnsteigerungen vor allem auch für die Ärzte gegeben", erklärt er. Neue Vergütungsverhandlungen mit den Krankenkassen müssen jedoch erst einmal warten, denn das SPZ befindet sich momentan im Antragsverfahren.

Seine Zulassung läuft zum 30. Juni 2010 aus; vom Zulassungsausschuss an der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin gibt es noch keinen positiven Bescheid.

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