CDU-Parteivorsitz

Spahn zu Merz: „Wir sind keine Zwillinge“

Die Kandidatur für den CDU-Parteivorsitz wird nach Einschätzung von Jens Spahn seine Arbeit als Bundesgesundheitsminister nicht beeinträchtigen. Zugleich betont er die Unterschiede zu Friedrich Merz.

Veröffentlicht:
"Ich habe jetzt nicht vor, das Regieren einzustellen", betonte Jens Spahn bei einem Branchentreff in Düsseldorf.

"Ich habe jetzt nicht vor, das Regieren einzustellen", betonte Jens Spahn bei einem Branchentreff in Düsseldorf.

© Wolfgang Kumm / dpa

DÜSSELDORF. Die Kandidatur für den CDU-Parteivorsitz wird nach Einschätzung von Jens Spahn seine Arbeit als Bundesgesundheitsminister nicht beeinträchtigen.

„Ich habe jetzt nicht vor, das Regieren einzustellen“, betonte Spahn am Mittwoch beim Branchentreff „Düsseldorf IN“. Seine Aufgaben werde er natürlich weiter erfüllen.

So wolle er zeigen, wie er sich die künftige Parteiarbeit vorstellt: in der Breite diskutieren, Argumente austauschen und dann entscheiden.

„Es ist wie im Gesundheitswesen, nach den Debatten müssen Entscheidungen kommen“, sagte Spahn vor den mehr als 600 Teilnehmern der Veranstaltung von Deutscher Apotheker- und Ärztebank, Rheinischer Post und Signa Property Funds. „Es geht nicht darum, das Paradies zu versprechen, das Paradies macht jemand anderes.“

"Will die CDU zu alter Stärke führen"

Als Bundeskanzlerin Angela Merkel ihren Rückzug von der Parteispitze angekündigt habe, sei ihm sofort klar gewesen, dass er für das Amt kandidieren wolle, berichtete er. „Ich brenne für die Partei, in der ich seit 20 Jahren Verantwortung trage.“

Mit ihrem aktuellen Zustand ist Spahn nicht zufrieden. „Ich werde mich um den Vorsitz bewerben, weil ich die CDU zu alter Stärke zurückführen will und mir das zutraue.“

Den Wettbewerb mit Friedrich Merz, dem ehemaligen Fraktionsvorsitzenden der Union im Bundestag, und CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer scheut Spahn nicht. „Dass es mehr als einen Kandidaten oder eine Kandidatin gibt, tut der Partei gut.“

Gerade die Auseinandersetzung zwischen Merz und Spahn wird mit Spannung erwartet, beide gelten als konservativ und wirtschaftsnah. „Wir sind keine eineiigen Zwillinge, zwischen Friedrich Merz und mir gibt es Unterschiede“, stellte Spahn klar.

In der Pflege viel gemeinsam angeschoben

Merz hatte gesagt, dass die Union jüngere Führungskräfte brauche. „Prima. Dann wäre es schön, wenn ein junger Mensch das Gremium leiten würde“, kommentierte der 38-Jährige.

Merz ist 62 Jahre alt. In einer möglichen Kooperation zwischen einem CDU-Parteichef Spahn und Angela Merkel als Bundeskanzlerin sieht er keine Probleme, sie funktioniere ja bereits.

„Wir arbeiten gut zusammen, auch besser als manchmal der öffentliche Eindruck ist.“ In der Pflege hätten sie gemeinsam viel angeschoben. (iss)

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Eine Partei sucht ihr Programm

Mehr zum Thema

Erstmals hauptamtlich

Stabwechsel an der Uniklinik des Saarlandes

Nach der Bundestagswahl

PVS: Bürgerversicherung „definitiv gestorben“

Beschlüsse des 42. Deutschen Hausärztetags

Hausärzte: Mehr HzV und Digitalisierung nur mit Mehrwert, bitte!

Schlagworte
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Schüler auf dem Gang vor dem Lehrerzimmer. Gilt für Personal in Kitas, Schulen und Krankenhäusern bald eine Impfpflicht? Dr. Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, ist dafür.

© Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/ZB/

In Kitas, Schulen und Kliniken

Pädiater für COVID-Impfpflicht bei einigen Berufen

Präsenz im Haushalt rund um die Uhr könnte teuer werden, wie eine aktuelle Urteilsbegründung des Bundesarbeitsgerichtes nahelegt.

© Marcel Kusch / dpa / picture alliance

Urteilsbegründung

Rund-um-die-Uhr-Pflege? Dann gibt es auch Lohn für 24 Stunden