Berufspolitik

Spezialversorgung: Streit ist schon programmiert

KÖLN (iss). Der geplante neue Sektor der ambulanten spezialärztlichen Versorgung sorgt schon im Vorfeld zu Spannungen zwischen niedergelassenen Onkologen und Krankenhäusern.

Veröffentlicht: 15.06.2011, 16:09 Uhr

Stein des Anstoßes ist eine Regelung, nach der Kliniken nur dann an der Spezialversorgung teilnehmen könnten, wenn sie Kooperationen mit niedergelassenen Ärzten eingehen.

Für die anderen Krankheitsbilder, für die der neue Sektor relevant werden könnte, gibt es keine entsprechenden Einschränkungen.

Baum: "Regelung völlig inakzeptabel"

"Diese Regelung einseitig zu Lasten der Krankenhäuser wäre für uns völlig inakzeptabel", sagt der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft Georg Baum der "Ärzte Zeitung".

Anders als die Kliniken könnten die niedergelassenen Onkologen und Hämatologen auch ohne Kooperation an der Spezialversorgung teilnehmen. "Am Ende stünden Krebspatienten deutlich weniger Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung", so Baum.

Der Vorsitzende des Berufsverbands der Niedergelassenen Hämatologen und Onkologen Dr. Stephan Schmitz begrüßt die vorgesehene Vorgabe.

Sie schaffe ein Gegengewicht zur bisherigen Benachteiligung der niedergelassenen Onkologen. "Die Krankenhäuser haben den exklusiven Erst-Zugriff auf die Patienten", sagt Schmitz. Jetzt kämen die Vertragsärzte wieder in eine bessere Position.

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