Direkt zum Inhaltsbereich

Streit um Impfregresse beigelegt

MAINZ (chb). Der Streit um Impfregresse in Rheinland-Pfalz hat sich offenbar deutlich entschärft. Nach Angaben von KV-Vize Dr. Peter Heinz konnten im Gespräch mit AOK-Chef Walter Bockemühl viele strittige Fragen geklärt werden. Eine Klage auf Herausgabe der Daten, die für die Prüfung erforderlicher Abrechnungsmengen der Impfleistungen notwendig sind, werde von der AOK zurückgezogen.

Veröffentlicht:

Auslöser des Streits zwischen KV und AOK war, dass die Kasse Ende vergangenen Jahres versucht hatte, Impfstoffregresse gegen immer mehr Ärzte im Land durchzusetzen. In die Bredouille gerieten hier unter anderem Ärzte, die zwar Impfstoffe bestellt, aber nicht im gleichen Quartal verbraucht hatten.

Das kommt nach Angaben der KV im Praxisalltag immer wieder vor, weil zum Beispiel bereits vereinbarte Impftermine abgesagt oder in ein anderes Quartal verschoben werden oder weil bestimmte Impfungen weniger nachgefragt würden, als zunächst erwartet. Die KV sah deshalb ein völlig unverhältnismäßiges Vorgehen der Kasse.

Jetzt haben sich beide Seiten auf eine neue Prüfsystematik geeinigt und auch darauf, wie mit Fällen aus den zurückliegenden Jahren umzugehen ist. Leider seien die Kassen angesichts einiger krasser Ausreißer nicht bereit gewesen, "ganz auf die Prüfung der sonstigen Impfungen zu verzichten", so der KV-Vize.

Transparentes Prüfsystem soll kommen

Entwickelt werden soll laut Heinz ein neues transparentes Prüfsystem "auf der Basis einer Inventurlösung". "Das bedeutet, jede Praxis meldet einmal jährlich mit der Abrechnung des 2. Quartals den Impfstoffinhalt des Kühlschrankes an die KV", sagte Heinz am Mittwoch auf der Vertreterversammlung der KV.

Verhärtet waren vor allem die Fronten zwischen der AOK und der KV, weil Impfstoffe über den Sprechstundenbedarf (SSB) abgerechnet werden und die AOK als betreuende Stelle aller Kassen für den SSB für die Wirtschaftlichkeitsprüfung zuständig ist.

Die bestehende Impfvereinbarung ist zum 31. März gekündigt und muss nun neu verhandelt werden.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Woman with diabetes standing on top of the hill and looking at camera

© Getty Images

Impflücken bei Chronikern

Grippeimpfung bei Diabetes: Risiko für Folgen senken

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Die vergessene Reiseimpfung

© Milo Zanecchia | Getty Images

Impfen in der Praxis

Die vergessene Reiseimpfung

Anzeige | Viatris Germany GmbH
„Motivational Interviewing“ in der Impfberatung

© SrdjanPav | Getty Images

Impfkommunikation

„Motivational Interviewing“ in der Impfberatung

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

© EAU

Ergänzung EAU-Leitlinie 2026

Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Kommentare
Dr. Hans-Jürgen Schrörs 17.02.201207:22 Uhr

Der Impfplaner "Impfdoc" - Impfstoffinventur mit einem Klick

Der Impfplaner "Impfdoc" ist ein Softwaretool, das in mehr 80% aller Arztsysteme integriert und von mehr als 8000 Ärzten genutzt wird. Als einziges System bietet es die Möglichkeit, zu beliebigen Zeitpunkten eine Impfstoffinventur zu erstellen und das durch einen einfachen Klick. Das System nimmt alle Impfstoffbestellungen auf (Privat und Kasse) und "merkt" sich die Kostenträger aller verabreichten Impfungen. Neben dieser komfortablen und revisionssicheren Lagerhaltung trägt das Tool im großen Maße auch zum QM beim Impfen bei. Die Software unabhängig und werbefrei. Infos unter http://www.impfdoc.de

Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Zeitaufwand pro Verabreichung von Natalizumab s.c. bzw. i.v.

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [9]

Familienplanung und Impfen bei Multipler Sklerose

Sondersituationen in der MS-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Biogen GmbH, München
Impfungen – ob Influenza oder Reisezeit

© Springer Medizin Verlag GmbH

Impfungen – ob Influenza oder Reisezeit

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt a. M.
Dr. Gunther Gosch ist Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin aus Magdeburg und beschäftigt sich seit vielen Jahren schwerpunktmäßig mit der Notwendigkeit von Impfungen, insbesondere bei Säuglingen und Kindern.

© Portraitfoto Dr. Gosch: © Kai Spaete, Viren: © [M] Dr_Microbe / Getty Images / iStock; Bakterien: © [M] Kateryna_Kon / stock.adobe.com

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Auffrischimpfung: Polio und Pertussis vergessen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Update 2026

S3-Leitlinie Lungenkrebs: Das sind die wichtigsten Änderungen

Lesetipps
Ein Dermatologe mit blauen Handschuhen untersucht im Rahmen einer Hautkrebsvorsorgeuntersuchung die durch einen Kreis als auffällig markierten Muttermale auf dem Rücken eines Mannes.

© kinomaster / stock.adobe.com

Frage an die Ethiker

Darf der Intimbereich beim Hautkrebs-Screening ausgelassen werden?

Ein junger Mann liegt im Herz-CT und bekommt gleichzeitig ein EGK geschrieben.

© Svitlana / stock.adobe.com

Plaques bewerten

Screening mittels Koronar-CT: Was das bringen könnte