Krankenkassen

TK fordert schnelleren Zugang der Patienten zu Innovationen

BERLIN (ble). Der Vize-Chef der Techniker Krankenkasse (TK), Dr. Christoph Straub, hat scharfe Kritik an den Hürden für die Einführung von technologischen Innovationen im ambulanten Bereich geübt.

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Zwar sei es richtig, Innovationen auf ihren Nutzen zu prüfen. Das gelte auch für die Arbeit des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. Allerdings könne es nicht sein, dass man in Deutschland so lange mit der Einführung warte, bis andere Länder den Nutzen einer Innovation belegt hätten.

"Was ist das für eine Vorstellung in einer immer noch führenden Wirtschaftsnation, dass alles erst einmal gesichert sein muss, bevor man es zögerlich realisiert?", kritisierte Straub auf einer Pressekonferenz im Diagnostisch Therapeutischen Zentrum (DTZ) in Berlin. Dort steht das nach TK-Angaben weltweit modernste Gerät zur Positronen-Emissions- und Computer-Tomografie (PET/CT).

Die TK hat im vergangenen Jahr mit dem DTZ einen IV-Vertrag zur Diagnose beim nicht kleinzelligen Lungenkarzinom, dem Lymphdrüsenkrebs und Brustkrebs geschlossen. Bislang ist die 1200 Euro teure Diagnose mit PET/CT mit Ausnahme des nicht kleinzelligen Lungenkarzinoms keine Kassenleistung.

Um Innovationen wie PET/CT auch in Deutschland früher in die Versorgung zu bringen, schlug Straub ein Vorgehen nach US-Vorbild vor. Dort werde der Einsatz neuer Technologien in einer Pilotphase von den Kostenträgern bezahlt. Zeitgleich finde eine Evaluation über den Nutzen statt, so Straub.

Straub räumte ein, dass es der Selbstverwaltung bislang nicht gelungen sei, eine Organisationsstruktur zu schaffen, mit der man bereits eingeführte Technologien auch wieder aus dem GKV-Leistungskatalog bekommen könne. Dies sei der Grund dafür, dass die Politik nun versuche, neuen Technologien den Weg in die Regelversorgung zu erschweren. Mit der Einführung des Gesundheitsfonds sei ab 2009 zusätzlich mit einer Rationierung im Gesundheitswesen zu rechnen. Mit dem Fonds versuche die Koalition, der Gesundheitsbranche einen "Betondeckel" zu verpassen.

Ersten Ergebnissen einer amerikanischen Studie mit knapp 23 000 Patienten mit 20 verschiedenen Krebserkrankungen zufolge konnte die Zahl zunächst geplanter Biopsien durch ein PET/CT-Diagnose von 15 Prozent auf 3,8 Prozent reduziert werden.

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