Kommunale Krankenhäuser

Tarifverhandlungen ergebnislos vertagt

Die Tarifverhandlungen für die Ärzte an kommunalen Krankenhäusern sind vertagt worden. Der Marburger Bund lehnt das Angebot der kommunalen Arbeitgeberverbände als völlig inakzeptabel ab. Die vierte Verhandlungsrunde folgt im Februar.

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„Wir wollen einen Abschluss, der Arbeitsbedingungen verbessert und nicht verschlechtert“: MB-Vize Dr. Andreas Botzlar.

„Wir wollen einen Abschluss, der Arbeitsbedingungen verbessert und nicht verschlechtert“: MB-Vize Dr. Andreas Botzlar.

© Marburger Bund

Berlin. Die Tarifverhandlungen für die Ärzte an kommunalen Krankenhäusern sind vertagt worden. Die Verhandlungspartner geben sich gegenseitig die Schuld, dass auch in der dritten Verhandlungsrunde kein Ergebnis erzielt wurde.

Die Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände (VKA) hatte angeboten, die Gehälter jeweils zum 1. Januar 2023 und 2024 um 1,65 Prozent zu erhöhen. Mit dem kommenden März-Gehalt sollte es zudem eine Corona-Sonderzahlung von 1200 Euro geben. Außerdem seien Verbesserungen der Regelungen für die Rufbereitschaft und Bereitschaftsdienste angeboten worden. Der Tarifvertrag sollte eine Laufzeit von 39 Monaten bis zum 31. Dezember 2024 haben.

MB: Angebot unter Inflationsausgleich

Dieses Angebot sei untauglich für eine Tarifeinigung heißt es dazu vom Marburger Bund. Obwohl die aktuelle Entgelttabelle mit Wirkung zum 30. September dieses Jahres gekündigt wurde, bieten die Arbeitgeber eine lineare Erhöhung der Gehälter erst zum 1. Januar 2023 – das heißt nach 15 sogenannten Leermonaten – um l,65 Prozent und ein Jahr später in der gleichen Höhe an, so der MB. „Wenn man die von der VKA vorgesehene Gesamtlaufzeit von 39 Monaten zugrunde legt, würden sich die Ärztegehälter im Jahresdurchschnitt um gerade einmal ein Prozent erhöhen. Bei der derzeitigen und aller Voraussicht nach auch zukünftigen Inflationsentwicklung würde dadurch noch nicht einmal die Preissteigerung kompensiert“, kritisiert der MB. Dies werde auch nicht durch die Einmalzahlung einer Coronaprämie wettgemacht.

Streitpunkt Dienstplangestaltung

Auch die von der VKA angebotenen Vorschläge zu den Rufbereitschaften, Bereitschaftsdiensten und zur Arbeitszeiterfassung lehnt der Marburger Bund ab. Hier wolle die VKA hinter die im Jahr 2019 vereinbarten Regelungen wieder zurück und die fristgerechte Aufstellung von Dienstplänen erschweren. „Wir wollen einen Abschluss, der Arbeitsbedingungen verbessert und nicht verschlechtert“, kommentiert MB-Vize Dr. Andreas Botzlar das Angebot der Arbeitgeber. Am 14. Februar 2022 soll nun weiter verhandelt werden. (chb)

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