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Thüringer Stiftung fördert Ärztenachwuchs

Um die ambulante medizinische Versorgung zu fördern, haben die KV und das Land Thüringen vor zehn Jahren eine Stiftung gegründet. Mit Erfolg.

Von Katrin Zeiß Veröffentlicht:

WEIMAR. Das Thüringen-Stipendium wirkt. Seit die Thüringer Stiftung zur Förderung ambulanter medizinischer Versorgung mit ihrem Kernprojekt vor zehn Jahren gegründet wurde, haben 111 junge Haus- und Augenärzte in dem Bundesland beruflich Fuß gefasst. Fast jeder zweite von ihnen hat sich nach Angaben von Geschäftsführer Jörg Mertz in einer eigenen Praxis niedergelassen, die anderen Ex-Stipendiaten arbeiten als Angestellte in anderen Praxen und Medizinischen Versorgungszentren.

Bundesweit gilt das Thüringer Stiftungsmodell, dessen Kernprojekt das sogenannte Thüringen-Stipendium ist, nach wie vor als vorbildlich. Kassenärztliche Vereinigung und Land hatten die Stiftung im Juli 2009 gegründet.

Der Anteil der Ex-Stipendiaten, die in die elterliche Praxis eingestiegen sind oder diese übernommen haben, liegt bei etwa elf Prozent. Insgesamt wurden bislang rund 250 Stipendien in der Facharztausbildung zum Allgemeinmediziner, Internisten oder Augenarzt vergeben. Die Stipendiaten erhalten für die Zeit ihrer fünfjährigen Facharztausbildung in Allgemeinmedizin, Innerer Medizin und Augenheilkunde monatlich 250 Euro. Bedingung für die Förderung ist, dass sie sich nach ihrer Facharztausbildung in Thüringen niederlassen.

Die Stiftung fördert außerdem Praktika von Medizinstudenten und betreibt in unterversorgten Eigeneinrichtungen mit angestellten Ärzten, die dort das Know-how der Praxisführung lernen und die Praxis anschließend übernehmen sollen. „Bei den Stiftungspraxen besteht unser Auftrag also eigentlich darin, uns überflüssig zu machen“, sagte Mertz.

Das klappt auch meist. Von den bisher zehn Praxen würden nur noch vier über die Stiftung verwaltet, darunter auch die erste fachärztliche Stiftungspraxis. Die Augenarztpraxis war im vergangenen Oktober in Betrieb gegangen.

Bis Ende dieses Jahres sollen zwei Hausarzt-Stiftungspraxen in Ilmenau von den dort tätigen Ärztinnen übernommen werden.

Die Stiftung hat nach eigenen Angaben bislang gut 5,1 Millionen Euro für die Gewinnung von Ärztenachwuchs eingesetzt, etwa die Hälfte davon kommt aus KVT-Mitteln.

Ein großer Zustifter ist die Krankenkasse AOKplus, die von Anfang an mit im Boot ist und bislang rund 500.000 Euro beigesteuert hat. Letztlich gehe es bei diesem Engagement um die wohnortnahe ärztliche Versorgung der Versicherten, begründete die Kasse – und hofft auf Vorbildwirkung auch bei anderen gesetzlichen Krankenkassen.

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