KOMMENTAR

Trends stehen fest, Ursachen nicht

Florian StaeckVon Florian Staeck Veröffentlicht:

Schlechte Nachrichten für Patienten, die auf eine Transplantation warten: Die Spenderzahl sinkt, die der zur Verfügung stehenden Organe auch. In manchen Regionen ist im ersten Halbjahr der Rückgang mit bis zu 30 Prozent dramatisch. An diesem Punkt müsste die Ursachensuche starten -  doch die Deutsche Stiftung Organtransplantation tappt im Dunkeln. Was bleibt, sind Vermutungen, die zumindestens plausibel klingen.

Da wäre vor allem der Kostendruck in Krankenhäusern, der erst vergangene Woche in Niedersachsen Klinikmitarbeiter zum Protest auf die Straße getrieben hat. Wenn in Intensivstationen Mitarbeiter fehlen, bleibt für zeit- und nervenraubende Gespräche mit Angehörigen potenzieller Organspender kein Platz mehr.

Aber allein der Verweis auf die chronische Unterfinanzierung im stationären Sektor greift zu kurz. Das Engagement der Ärzte in vielen Kliniken ist groß. Doch vermutlich ebenso häufig sind Strukturen und Arbeitsabläufe nicht optimal: Mal ist der Transplantationsbeauftrage durch andere Aufgaben zu stark gebunden, mal müssen externe Konsiliarärzte, die den Hirntod feststellen, erst rekrutiert werden - wertvolle Zeit verrinnt.

Kontraproduktiv wäre es, jetzt nach dem Gesetzgeber zu rufen -  etwa mit der Absicht, die Zustimmungs- durch eine Widerspruchslösung im Transplantationsgesetz zu ersetzen. Dann nämlich stünde die generell breite Zustimmung der Bürger zur Organspende auf dem Spiel.

Lesen Sie dazu auch: Abwärtstrend bei Spendern und Organen

Schlagworte:
Mehr zum Thema

Organspende

Neue Regeln sollen mehr Nierenspenden ermöglichen

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Umstellung auf Living Guideline

S3-Leitlinie zu Pankreaskrebs aktualisiert

Nach Koronararterien-Bypass-Operation

Studie: Weniger postoperatives Delir durch kognitives Training

Lesetipps
Gefangen in der Gedankenspirale: Personen mit Depressionen und übertriebenen Ängsten profitieren von Entropie-steigernden Wirkstoffen wie Psychedelika.

© Jacqueline Weber / stock.adobe.com

Jahrestagung Amerikanische Neurologen

Eine Frage der Entropie: Wie Psychedelika bei Depressionen wirken

Gesundheitsminister Lauterbach hat angekündigt, den Entwurf für die Klinikreform am 8. Mai im Kabinett beraten lassen zu wollen. 

© picture alliance / Geisler-Fotopress

Großes Reformpuzzle

So will Lauterbach den Krankenhaus-Sektor umbauen