Gesundheitspolitik international

US-Regierung legt Pflege auf Eis

WASHINGTON (cp). Die für 2012 geplante Implementierung der Pflegeversicherung ist in den USA zunächst einmal auf Eis gelegt worden.

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Gesundheitsministerin Kathleen Sebelius gab zu, dass ihr Ministerium keinen Weg gefunden habe, das Pflegeprogramm funktionsfähig zu machen.

Die im vergangenen Jahr verabschiedete US-Gesundheitsreform enthielt auch eine freiwillige Pflegeversicherung mit dem einprägsamen Namen "CLASS Act" (Community Living Assistance Services and Supports Act).

Letztlich zahlt Medicaid

Dass die Vereinigten Staaten großen Handlungsbedarf im Bereich der Langzeitpflege haben, bezweifelt kaum jemand.

Die gesetzliche Krankenversicherung für Senioren, Medicare, zahlt lediglich für Kurzzeitpflege (Reha). Gegen das Risiko einer Langzeitpflege haben sich lediglich 2,8 Prozent der Bürger privat abgesichert.

Die Kosten für einen Pflegeheimplatz liegen bei jährlich 75.000 Dollar. Viele, die nicht versichert sind, verarmen bei dem Versuch, dafür finanziell aufzukommen.

Sie liegen dann dem Staat (und dessen Armenversicherung Medicaid) auf der Tasche.

Finanziell nicht selbst tragfähig

Der CLASS Act sah vor, Versicherten täglich 50 bis 75 Dollar zu zahlen. Das hätte zwar nicht ausgereicht, einen Pflegeheimplatz zu finanzieren, sollte es aber Betroffenen möglich machen, länger zu Hause zu wohnen und eine (Teilzeit-)Pflegekraft einzustellen.

Per Gesetz war festgelegt worden, dass sich der CLASS Act für mindestens 75 Jahre selbst finanziell tragen müsse. An dieser Anforderung biss sich das Gesundheitsministerium letztlich die Zähne aus.

Vertreter des Ministeriums sagten, sie hätten keine Lösung gefunden, die relativ bescheidenen Auszahlungen mit einem Versicherungsbeitrag in Einklang zu bringen, der sowohl die Zahlungsfähigkeit des Programms als auch genug Interesse an der Versicherung generiert hätte.

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