Direkt zum Inhaltsbereich

Bundesrat

Bayern wirbt für Abschaffung des „begleiteten Trinkens“

Gesundheitsministerin Gerlach hält die Ausnahmeregelung im Jugendschutzgesetz für „aus der Zeit gefallen“ und plädiert für deren Abschaffung. Der Bundesrat gibt grünes Licht für Standardvertragsklauseln bei klinischen Studien.

Veröffentlicht:

Berlin. Bayern drängt darauf, das „begleitete Trinken“ abzuschaffen. Die bayerische Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) bezeichnete die Regelung in Paragraf 9 Jugendschutzgesetz am Freitag bei der Vorstellung einer Entschließung im Bundesrat als „völlig aus der Zeit gefallen“.

Nach dieser Ausnahmeregelung dürfen auch 14- oder 15-Jährige in Gaststätten und in der Öffentlichkeit Bier und (Schaum-)Wein trinken – wenn ein Elternteil dabei ist. „Eine gesetzliche Erlaubnis ist auch immer ein Sigel der scheinbaren Unbedenklichkeit“, sagte Gerlach. Sie verwies auf die Gesundheitsministerkonferenz, die sich Mitte Juni ebenfalls für die Abschaffung dieser Regelung ausgesprochen hat.

Der frühe Konsum von Alkohol, heißt es im Entschließungsantrag, sei „nachweislich mit späteren riskanten Konsummustern von Alkohol und anderen Substanzen sowie dem Entwickeln einer Abhängigkeitserkrankung assoziiert“. Verwiesen wird zudem auf die Ergebnisse des Alkoholsurveys 2021 der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Danach haben fast 20 Prozent der 12- bis 13-Jährigen und rund 63 Prozent der 14- bis 15-Jährigen schon einmal Alkohol getrunken. „Was ist daran besser, wenn die Eltern dabeisitzen?“, fragte Gerlach. Die Vorlage wurde zur Beratung an die Ausschüsse für Frauen und Jugend sowie für Gesundheit verwiesen.

„Studienstandort wird attraktiver“

Weiterhin stimmte der Bundesrat einer Verordnung zu, mit der Standardvertragsklauseln für klinische Studien ermöglicht werden. Bisher würden Vertragsverhandlungen über Rechte und Pflichten von Sponsoren und Prüfzentren bei klinischen Studien im europäischen Vergleich überdurchschnittlich lange dauern. Bei Standardklauseln dagegen werden wesentliche Inhalte eines Vertrags vorgegeben.

Mehrere Pharmaverbände und die Deutsche Hochschulmedizin bezeichneten die Zustimmung zur Verordnung als einen „wichtigen Fortschritt“. Standardklauseln „können den Studienstandort Deutschland handlungsfähiger und attraktiver machen. Damit wird der Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Deutschland gestärkt und die Gesundheitsversorgung mittelfristig verbessert“, heißt es am Freitag in einer Mitteilung. (fst)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Anpassung Schutzimpfungs-Richtlinie

Indikationsunabhängige Corona-Impfung künftig für Kassenpatienten erst ab 75

Orientierung für die Impfpraxis

Impfen bei Immundefizienz: Worauf es ankommt

Oberlandesgericht Celle

AstraZeneca muss Auskunft über Corona-Impfstoff geben

Das könnte Sie auch interessieren
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Update Multiple Sklerose: Aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungen

© libre de droit | iStock

Update MS

Update Multiple Sklerose: Aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungen

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Einfluss der MS-Therapie auf Immunzellen im Liquor

© Yozayo | iStock

Intrathekale Entzündung

Einfluss der MS-Therapie auf Immunzellen im Liquor

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Ein erreichbares Ziel bei MS?

© Merck KGaA

Therapiefreie Remission

Ein erreichbares Ziel bei MS?

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Verlauf des Rett-Syndroms

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Rett-Syndrom

Diagnose und Verlauf einer herausfordernden Erkrankung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Acadia Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Abb. 1: Typische Körperumrisse bei Achondroplasie

© BioMarin

Achondroplasie

Gezielte Therapie: erste Lebensjahre sind entscheidend

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioMarin Deutschland GmbH, Frankfurt am Main
Wissenschaft in Medizin übertragen

© Regeneron

Forschung und Entwicklung

Wissenschaft in Medizin übertragen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Regeneron GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Mögliche Glutenquelle

Wie riskant ist ein Zungenkuss bei Zöliakie?

Lesetipps
Eine Hand hält ein

© Sergey Nivens / stock.adobe.com

Jetzt abonnieren

Unsere Newsletter in der Übersicht