Medikamentenpreise

USA dringen auf Lastenteilung bei Forschung

In den USA wächst der Druck auf die Pharma- industrie. Sie soll Europa stärker an Forschungskosten beteiligen.

Veröffentlicht: 11.11.2019, 15:25 Uhr

Berlin. International tätige forschende Arzneimittelhersteller sehen sich einem wachsenden Druck aus der US-Gesundheitspolitik ausgesetzt, ihre Preispolitik neu zu gestalten.

Der Vorwurf: US-Patienten und ihre Versicherer müssten einen überproportionalen Anteil der Forschungskosten tragen. Diese Kritik sei kein Trump-Phänomen, sagte der Präsident des Verbandes forschender Pharma-Unternehmen (vfa), Han Steutel, bei den von Bayer organisierten Bad Orber Gesprächen in Berlin. In diesem Punkt herrsche vielmehr Einigkeit zwischen Republikanern und Demokraten. Sie fordern, dass Europa und vor allem Deutschland stärker an den Forschungskosten beteiligt werden sollen – mit der Folge höherer Preise für Innovationen. „Das Thema bleibt, und wir müssen uns gemeinsam darum kümmern“, sagte Steutel.

Gleichwohl erwartet der vfa-Chef nicht, dass die Entwicklung der Arzneimittelausgaben in Zukunft ein Finanzierungsproblem für die GKV werden könnte. Trotz einer hohen Zahl auch bedeutender Innovationen hat der jährliche Ausgabenanstieg in den vergangenen zehn Jahren bei 3,1 Prozent gelegen. Dabei sei Deutschland das letzte Land in Europa, in dem neue Arzneimittel unmittelbar nach ihrer Zulassung auch Zugang in die Versorgung finden. Diese strategische Bedeutung müsse Deutschland bewahren.

Aktuellen Verbesserungsbedarf sieht Steutel bei der Finanzierung von Advanced Therapeutical Medicinal Products (ATMP) in der stationären Versorgung. Das DRG-System und das Verfahren für neue Untersuchungs- und Behandlungsmethoden (NUB) sei zu unflexibel und benötige zwei Jahre, bevor diese Innovationen im Vergütungssystem für die Krankenhäuser abgebildet sei.

Gegenwärtig behelfen sich Krankenhäuser damit, indem sie in jedem Einzelfall einen Antrag auf Kostenübernahme durch die Krankenkassen stellen – ein bürokratisches Verfahren, bei dem die Kliniken auch in Vorleistung gehen. (HL)

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