Berufspolitik

Vergütung der Onkologen bleibt ein Vabanquespiel

Veröffentlicht:

POTSDAM (ami). Trotz Vereinbarung auf Bundesebene ist für die Onkologen in Brandenburg unklar, mit welcher Vergütung sie in diesem Jahr rechnen können. Der Grund: Die KV Brandenburg (KVBB) hat noch immer keinen Vertrag mit den Ersatzkassen für das dritte Quartal geschlossen.

Auf ein Angebot des Ersatzkassenverbands vdek vom August dieses Jahres hat die KVBB nach Angaben des Kassenverbands bis heute nicht reagiert. Das Angebot sah vor, dass die bis dahin deutlich höhere Vergütung der Ersatzkassen den neuen Gegebenheiten des Gesundheitsfonds angepasst wird. Der vdek schlug vor, die kassenübergreifende Umsetzung der Bundesregelung bereits für das dritte Quartal anzuwenden.

Andernfalls sollte die Ersatzkassen-Vergütung auf AOK-Niveau gesenkt werden. Die Differenzen zur bisherigen Ersatzkassenvergütung sind beträchtlich: Mehr als 500 000 Euro haben die Ersatzkassen pro Quartal gezahlt, die Vergütung auf AOK-Niveau hätte für die knapp 60 Onkologen in Brandenburg Einbußen von etwa 220 000 Euro zur Folge. Die Anwendung der Bundesregelung brächte rund 388 000 Euro, sodass sich die Verluste halbieren würden.

"Wir haben jahrelang die onkologische Versorgung in Brandenburg quersubventioniert. Aber auch die KV weiß, dass der Gesundheitsfonds eine neue Geldverteilung zwischen den Kassen schafft", sagte vdek-Sprecherin Dorothee Binder-Pinkepank der "Ärzte Zeitung". Nach Angaben des vdek hat die KV mit der AOK den niedrigen Vergütungssatz aus den Vorquartalen auch für das dritte Quartal wieder vereinbart.

Dennoch erklären sich die Ersatzkassen nun bereit, die Bundesregelung gegen sich gelten zu lassen - vorausgesetzt, die KV schließt für das vierte Quartal eine kassenübergreifende Vereinbarung und wendet die Bundesregelung an. "Die Ersatzkassen springen über ihren Schatten - im Sinn ihrer krebskranken Versicherten. Für uns ist völlig unverständlich, warum die KV nicht reagiert", so Binder-Pinkepank.

Mehr zum Thema

Gesundheitsämter erhalten SORMAS

Warum die einheitliche Corona-Kontaktnachverfolgung holpert

Das könnte Sie auch interessieren
Hochrisikopatienten richtig antikoagulieren

COVID-19 & Thrombose

Hochrisikopatienten richtig antikoagulieren

Anzeige
Management tumorassoziierter VTE

CME-Fortbildung

Management tumorassoziierter VTE

Anzeige
CAT bei „3G“-Tumoren richtig managen

Empfehlungen

CAT bei „3G“-Tumoren richtig managen

Anzeige
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Die Privatliquidation, aber auch Recall-Tätigkeiten können MFA durchaus im Homeoffice erledigen.

Exklusiv Corona-Prävention

Homeoffice für MFA und ZFA? Ärzte sind skeptisch

Die Genanalytik von SARS-CoV-2 soll nun auch in Deutschland vorangetrieben werden. Dabei können auch spezifische PCR-Verfahren genutzt werden.

Gastbeitrag zur SARS-CoV-2-Testung

Wie mittels PCR-Tests Coronavirus-Mutationen entdeckt werden können