Berufspolitik

Vertragsärzte im Nordosten hadern mit Ministerin

SCHWERIN (di). Die niedergelassenen Ärzte in Mecklenburg-Vorpommern sind nicht gut auf ihre Gesundheitsministerin Manuela Schwesig (SPD) zu sprechen.

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Nachdem KV-Chef Dr. Wolfgang Eckert Schwesig in einem Interview wegen einer nach seiner Ansicht zu beobachtenden Bevorzugung der großen Kliniken mit ambulantem Angebot kritisiert hatte, legte nun der Hausärzteverband nach.

"Ministerin Schwesig arbeitet mit der großzügigen Förderung von privaten Klinikbetten als Leuchtturmprojekte am perfekten Dachausbau, während sie die Probleme der breiten ambulanten Basisversorgung als brüchiges Fundament nicht nur aus dem Auge verloren hat, sondern durch massive Wettbewerbsverzerrung weiter zusätzlich schädigt", teilte der Verband mit.

Hintergrund der Vorwürfe ist die Förderpraxis des Landes, von der unter anderem private Klinikketten wie Helios oder Damp profitieren. Die Krankenhäuser sind auch in der ambulanten Versorgung aktiv, etwa nach Paragraf 116 b, über Medizinische Versorgungszentren oder beim ambulanten Operieren.

Viele niedergelassene Ärzte im Nordosten empfinden die zunehmenden Aktivitäten der Kliniken im ambulanten Bereich als Bedrohung und fühlen sich von Schwesig nicht ausreichend wahrgenommen. Der NDR hatte KV-Chef Eckert mit den Worten zitiert: "Wir haben das Gefühl, dass wir für sie gar nicht existent sind."

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Kommentare
Veröffentlichte Meinungsäußerungen entsprechen nicht zwangsläufig der Meinung und Haltung der Ärzte Zeitung.
Dr. Thomas Georg Schätzler

Der Hausärzteverband Mecklenburg-Vorpommern erntet die Früchte seiner verfehlten Politik

Da haben die Kolleginnen und Kollegen im HÄV, Landesverband Mecklenburg-Vorpommern, bei ihrer Resolution auf der Mitgliederversammlung in Rostock Anfang November 2010 schwer daneben- gelegen: Die Gesundheitspolitik der Bundesregierung unter CDU/CSU/FDP und Bundesgesundheitsminister (BGM) Dr. med. Philipp Rösler (FDP) hochzujubeln, um dem HÄV-Bundesvorstand eins auszuwischen.

Das Rösler’sche Großprojekt: GKV-Umbau zum privatwirtschaftlichen, an Rendite orientierten Gemischtwarenladen ist bei nur noch 4 % Wählerzustimmung gescheitert. Die Drohungen des BGM, jedes siebte Krankenhaus und jede vierte oder fünfte (Hausarzt-)Praxis müsse schließen, wäre ja das endgültige Aus für die vertragsärztlichen Versorgung in der gesamten Republik gewesen und extrem problematisch im ländlichen Raum, besonders in unseren Flächenländern. Es sind die noch Gesunden Frauen, Männer, Kinder; unsere Patienten, die Kranken, Siechen, Leidenden, Chroniker, Behinderte, die Alten, Jungen und auch Sterbenden, deren hausärztliche Versorgung diese Schwarz-Gelbe Koalition und auch der BGM, Kollege Dr. med. Philipp Rösler, unverantwortlich gefährden.

Wenn dann KV-Chef Dr. Wolfgang Eckert , offensichtlich mit dem dortigen HÄV in einem Boot sitzend, im Interview mit dem NDR die zuständige Landesministerin Manuela Schwesig frontal angreift, fragt man sich wirklich, ob er neben dem politischen Bock eigentlich auch noch den täglichen KV-MecPom-Garten bestellen will?
Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM in Dortmund





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