"Skurrile Sachen"

Weigeldt wirft KBV strukturelle Korruption vor

Hausärzte-Chef Weigeldt fährt schwere Geschütze gegen die KBV auf. Sie sei "intrinsisch korruptiv" und es gebe dort so viel aufzuräumen, dass man sich fragen müsse, ob dies überhaupt zu schaffen sei, wettert er.

Veröffentlicht:

BERLIN. Der Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, hat der Kassenärztlichen Bundesvereinigung strukturelle Korruption vorgeworfen. Dort würden "skurrile Sachen" geschehen, sagte Weigeldt.

Eigentlich sollten die Mitglieder der Vertreterversammlung den Vorstand kontrollieren. Tatsächlich seien aber viele Vertreter ins operative Geschäft eingebunden.

Wie das jüngste vom KBV-Vorstand vorgenommene Revirement von Posten zeige, sei es opportun, sich dem Vorstand gegenüber kulant zu verhalten, um Posten zum Beispiel im Bewertungsausschuss oder in den Ausschüssen des GBA nicht zu verlieren.

"Ich würde sagen, auch wenn es böse ist, - ein bisschen intrinsisch korruptiv ist es da schon", sagte Weigeldt wörtlich am Dienstag vor Journalisten in Berlin.

Systemfehler in der KBV?

In der KBV sei so viel aufzuräumen, dass man sich fragen müsse, ob dies überhaupt noch zu schaffen sei. Es sei zu kurz gesprungen, wenn man die "Skandale" zum Beispiel um den früheren KBV-Vorstandsvorsitzenden Dr. Andreas Köhler und seiner Frau nur an den Personen festmache.

Das aktuelle Bild der KBV zeige, dass das System derzeit nicht in der Lage sei, die Probleme zu lösen, die auf dem Tisch liegen.

Hintergrund von Weigeldts Äußerungen waren die Strafanzeigen gegen Köhler und den Vorsitzenden der Vertreterversammlung Hans-Jochen Weidhaas, die Vertreter des KVen Westfalen-Lippe und Mecklenburg-Vorpommern gestellt haben. Gegen Weidhaas wurde zudem ein Abwahlantrag gestellt, der am 18. September verhandelt werden soll.

Gesundheitskarte für Flüchtlinge

Weigeldt sprach sich für die Ausgabe von Gesundheitskarten an Flüchtlinge aus. Die Herausforderungen für Ärzte durch die Zuwanderung ständen erst noch bevor.

Ärzte müssten sich auf Sprachbarrieren und spezielle Krankheitsbilder einstellen. Er gehe davon aus, dass die Ärzte noch nicht ausreichend auf die möglichen Anforderungen vorbereitet seien.

Der Hausärzteverband entwickele eine Strategie, möglichst frühzeitig unter den Flüchtlingen Ärzte und medizinisches Fachpersonal zu identifizieren. Sie könnten eventuell bei der Versorgung helfen. (af)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Potenzielle Schäden durch eine Influenza-Infektion an verschiedenen Organsystemen

© Springer Medizin Verlag

Impfen und Herzgesundheit

Mehr als nur Grippeschutz: Warum die Influenza-Impfung bei Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen so wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt a. M.
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Porträt

Wie eine Gynäkologin ihre Krebserkrankung in einem Comic verarbeitet

Lesetipps
Maske

© Porträt: BVKJ | Spritze: Fiedels / stock.adobe.com

Sie fragen – Experten antworten

Mutter mit MS: Kind gegen MMR impfen?

Ein Mann zieht an einem riesigen Virus.

© freshidea / stock.adobe.com

Off-Label-Use möglich

Long-COVID-Therapie: So schätzt Hausarzt Maibaum den G-BA-Beschluss ein