Weiterbildung: BÄK fragt junge Ärzte nach der Zufriedenheit

Eine erste Befragung im vergangenen Jahr machte einige Defizite deutlich. Jetzt geht es auf in eine neue Runde.

Von Sunna Gieseke Veröffentlicht:
Junge Ärzte legen viel Wert auf eine gut organisierte Weiterbildung. Die Evaluation der BÄK soll darüber Klarheit schaffen.

Junge Ärzte legen viel Wert auf eine gut organisierte Weiterbildung. Die Evaluation der BÄK soll darüber Klarheit schaffen.

© blickwinkel / imago

BERLIN. Viel Bürokratie, immense Arbeitsbelastung und zu viele Überstunden - Assistenzärzte hatten nicht viel Gutes über ihrer Weiterbildung zu sagen. Das belegten die Ergebnisse der ersten Befragung der Bundesärztekammer (BÄK) unter Assistenzärzten im vergangenen Jahr.

Zwar zeigten sich die jungen Ärzte grundsätzlich mit ihrer Weiterbildung zufrieden, kritisierten aber massiv die Rahmenbedingungen ihrer Arbeitssituation. 30.000 junge Ärzte wurden dazu online befragt.

Jetzt startet die BÄK die nächste Befragungsrunde. "Wir wollen die ärztliche Weiterbildung in Deutschland kontinuierlich verbessern", sagte Dr. Franz-Josef Bartmann, Vorsitzender der Weiterbildungsgremien bei der BÄK. Dafür sei es notwendig, "Klarheit darüber zu haben, wo es Probleme" gebe.

Von der zweiten Befragungsrunde erwarte sich die BÄK Erkenntnisse darüber, wie man dem drohenden Ärztemangel in der Patientenversorgung entgegenwirken könne.Zudem wolle man eine gute Weiterbildung garantieren.

"Durch Befragungsergebnisse werden viele Probleme in den Weiterbildungsstätten zur Diskussion angestoßen", ergänzte BÄK-Dezernentin Dr. Annette Güntert. Darüber hinaus lernten Weiterzubildende ihre Rechten und Pflichten besser kennen.

Kritik hatte es im vergangenen Jahr vor allem an der Methode der Studie gegeben. Um Assistenzärzte zu befragen, wählte man den Weg über den Weiterbildungsbefugten. In diesem Jahr will die BÄK eine mögliche "positive Selektion" der Befragten ausschließen.

Daher sollen die Weiterzubildenden ihre Zugangsdaten zu der Onlineplattform der Evaluation direkt von den zuständigen Ärztekammern erhalten und nicht von ihren Weiterbildern. "Die Anonymität der Teilnehmer ist gewährleistet", betonte Bartmann. Zudem soll es mehr Transparenz bei den Ergebnissen geben: Diese sollen im Internet veröffentlicht werden.

Einer Veröffentlichung kann jedoch widersprochen werden. Die BÄK geht jedoch nicht davon aus, dass viele davon Gebrauch machen werden. Junge Ärzte könnten dann ihre Weiterbildungsstätte auch nach den Befragungsergebnissen auswählen, so Bartmann.

Das Online-Befragungsprotal wird am 1. Juni 2011 freigeschaltet: www.evaluation-weiterbildung.de

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