Ausländische Ärzte

Wenker will Register für Approbationen

Niedersachsens Kammerchefin regt einheitlichen Umgang mit Anträgen auf Anerkennung der Approbation an.

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HANNOVER. Dr. Martina Wenker, Kammerpräsidentin in Niedersachsen und Vizepräsidentin der Bundesärztekammer (BÄK), forderte im Vorfeld des Ärztetages Ende Mai in Freiburg mehr Medizinstudienplätze. Zugleich kritisierte sie den "Anerkennungstourismus", der bei ausländischen Ärzten im "Kielwasser der Flüchtlingsströme" entstanden sei.

Nach Angaben der Kammer stieg die Zahl der Anträge auf Anerkennung der Approbation ausländischer Ärzte in Niedersachsen von 1303 im Jahr 2012 auf 1694 im vergangenen Jahr. Nimmt man die Faustregel, dass Niedersachsen für rund zehn Prozent der bundesweiten Zahlen steht, dann liegt die Zahl der Anträge bundesweit bei rund 17.000. Nach BÄK-Angaben waren zuletzt rund 46.700 ausländische Ärzte in Deutschland gemeldet, 9,7 Prozent mehr als 2015.

Nach Ansicht Wenkers wird Migration verstärkt, wenn Ärzte aus Zentralasien oder Afrika nach Deutschland kommen, die Versorgung in den Herkunftsländern hingegen immer weiter ausgedünnt wird. "Grundsätzlich begrüßen wir die Integration von asylsuchenden Ärztinnen und Ärzten in den niedersächsischen Arbeitsmarkt", sagte Wenker. Sie warnte jedoch davor, Ärzte aus Entwicklungsländern mit vagen Versprechungen nach Deutschland locken, um hier dem Ärztemangel zu begegnen. "Wir müssen die nötigen Rahmenbedingungen schaffen, um in Deutschland mehr Ärzte auszubilden", forderte sie.

Aktuell fehlten in Deutschland 1000 Studienplätze, so Wenker. Nach aktuellem Stand bewerben sich 18.799 junge Leute auf 1.627 Studienplätze der Humanmedizin, so die Stftung für Hochschulzulassung. Wenker fordert mehr Studienplätze und zugleich Strukturen, um Kenntnisprüfungen für ausländische Ärzte an den Universitäten zu integrieren.

Jeder Arzt, der in Deutschland arbeitet, müsse die eine gleichwertige Grundausbildung absolviert haben. "Wir fordern ein bundeseinheitliches und transparentes Anerkennungsverfahren sowie ein bundesweites Approbationsregister einzuführen. Die Kenntnisse der ausländischen Ärzte sollten dem Niveau des zweiten und dritten Staatsexamens entsprechen, so Wenker. Diese Prüfung könnte an den Universitäten angesiedelt und sollte von den Approbationsbehörden beaufsichtigt werden.

Ein bundesweites Approbationsregister soll Anträge und Erlaubnisse zur Approbation erfassen, um zu verhindern, dass Ärzte bei verschiedenen Behörden gleichzeitig Anträge stellen. "Dies werden wir auch dem Deutschen Ärztetag in Freiburg als Antrag zur Abstimmung vorlegen."(cben)

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