Kommentar – DIVI-/DGINA-Positionspapier

(Zu) hohe Notfall-Ansprüche

Die Mauer muss weg! Der Weg, ambulante und stationäre Versorgung miteinander zu verzahnen, führt über die Notfallversorgung.

Von Wolfgang van den BerghWolfgang van den Bergh Veröffentlicht:

Es ist nur ein Diskussionsentwurf, doch erste Reaktionen zeigen, wie brisant die Vorschläge zur Reform der Notfallversorgung sind. Dabei geht es nicht nur darum, wirtschaftliche Verflechtungen aufzuheben, sondern um ganz praktische Dinge: etwa die Verantwortung für den Sicherstellungsauftrag sowie die Vergütung und die Qualität der in den Notfallzentren (INZ) erbrachten Leistungen.

Sicherstellungsauftrag: Der wird zwangsläufig aufgeweicht. Vergütung: Nach Bereinigung wird jeder Fall zusätzlich bezahlt, also kein Leistungsdumping. Qualität: KBV und Marburger Bund haben sich kürzlich auf Standards verständigt. Also, alles im grünen Bereich? Nein!

Zwei Fachgesellschaften für Intensiv- und Notfallmedizin – DIVI und DGINA – bezeichnen diese als unzureichend. Sie fordern eine Qualifikationsoffensive für Hausärzte, deren Assistenz und deren apparative Ausstattung. Damit schießen sie übers Ziel hinaus. Allgemeinärzte machen schon heute einen guten Job im Notfalldienst.

Zudem soll ein INZ auch keine Stroke Unit sein. Mit der Notfallversorgung kann eine Tür zwischen ambulanter und stationärer Versorgung aufgestoßen werden. Diese große Chance sollte genutzt werden.

Lesen Sie dazu auch: INZ ersetzen Bereitschaftsdienst: Wie die künftige Notfallversorgung das System umkrempelt Notfallversorgung: Hohe Expertise bei INZ-Ärzten gefordert

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