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Kommentar – Gefängnisärzte

Zu schlecht bezahlt

Christian BenekerVon Christian Beneker Veröffentlicht:

Dass die Mischung aus Armut, Kriminalität, Drogenmissbrauch und womöglich einem Leben auf der Straße ungesund ist, versteht sich von selbst. Patienten, die in Gefängnissen einsitzen, brauchen alle Sorgfalt und Zuwendung bei der medizinischen Versorgung.

Allerdings ist offenbar die Bezahlung der Ärzte, die in der stationären Versorgung der Häftlinge arbeiten, miserabel. Jedenfalls hat das Justizvollzugskrankenhaus im niedersächsischen Lingen monatelang keine Ärzte gefunden, die bereit waren, für die Patienten unter den 6000 Häftlingen im Land zu sorgen. Auch wenn jetzt zwei Bewerber gefunden wurden – die Versorgung dürfte schnell wieder auf der Kippe stehen. Denn drei der sieben Ärzte, die an dem Lingener Haus arbeiten, sind pensioniert und helfen der Not gehorchend aus. Man tritt ihnen sicher nicht zu nahe, wenn man konstatiert: Hilfreich wären auch ein paar junge Vollzeit-Kollegen.

Gewiss – Gefangene sind kein einfaches Klientel. Aber gute medizinische Versorgung ist für sie vielleicht noch wichtiger als für die, die nie eingesperrt wurden. Denn wenn die Häftlinge entlassen werden, hilft ihnen eine gute Gesundheit, nicht so leicht wieder in den Kreislauf von Armut und Kriminalität zu geraten. Das müsste dem Land eine bessere Bezahlung der JVA-Ärzte wert ein.

Lesen Sie dazu auch: Niedersachsen: Maues Gehalt - Gefängnisklinik sucht Ärzte

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