Direkt zum Inhaltsbereich

Behandlungsfehler

500 Fälle in Bayern

In bayerischen Kliniken haben sich 2011 über 500 Behandlungsfehler ereignet. Die meisten davon gingen auf das Konto der Orthopädie. Für die Techniker Krankenkasse ist das aber nur die Spitze des Eisbergs.

Veröffentlicht:
Sinnbild: Schere im Thorax.

Sinnbild: Schere im Thorax.

© Lukasz Panek / fotolia.com

MÜNCHEN (reh). 528 Behandlungsfehler in Kliniken soll der medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) in Bayern im vergangenen Jahr aufgedeckt haben.

Das meldet die Landesvertretung Bayern der Techniker Krankenkasse (TK). Die meisten davon, nämlich 156 Behandlungsfehler, hätten sich in der Orthopädie ereignet.

93 Fehler seien bei der Pflege der Patienten, 60 in der Chirurgie, 31 in der Gynäkologie und 24 in der Geburtshilfe aufgetreten.

Dabei habe der MDK 2011 insgesamt mehr als 1800 Behandlungsfehlervorwürfe geprüft, so die Kasse. Bei der bayerischen TK selbst seien im vergangenen Jahr 451 Verdachtsfälle auf Behandlungsfehler gemeldet worden.

Die häufigsten Ursachen für Behandlungsfehler sind nach Angaben der Kasse falsches Therapiemanagement, Fehler beim therapeutischen Eingriff und Dokumentationsmängel.

Doch die anerkannten Fälle sind laut Christian Bredl, Leiter der TK in Bayern, "nur die Spitze des Eisbergs". Er fordert deshalb, die medizinische Versorgung durch eine offene Fehlerkultur sicherer zu machen.

Dabei begrüßt Bredl, dass nach dem aktuellen Entwurf des Patientenrechtegesetzes nun ein Mindeststandard für ein Risiko- und Fehlermanagement eingeführt werden soll.

So ein Fehlermanagementsystem würde dem Patienten allerdings nur nützen, wenn sich Ärzte trauen, die Risiken in ihrer täglichen Arbeit offen darzulegen und offen diskutiert werde, wie sich diese vermeiden lassen, sagt Bredl.

Zudem fordert der Chef der TK in Bayern, Patienten systematisch in die Fehlerprävention einzubinden.

"Studien haben gezeigt, dass sich die medizinische Versorgung verbessert, wenn Patienten ermutigt werden, ihren Arzt vor der Behandlung zu fragen, ob er sich die Hände gewaschen oder weshalb sich die Farbe ihrer Pillen geändert hat."

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Logo Digiteneers - Vertidisan

© Digitineers

Digitineers

Bei Schwindel – Vertidisan®: Die Therapie-App

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Logo Cardisio

© Doctolib

Doctolib

Mehr Service: KI-Assistenz rund um die Privatbehandlung

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Esteban Roman Garcia hat einen modernen OP eingerichtet, mit allen erforderlichen Geräten, um effizientes Arbeiten zu ermöglichen.

© privat

Praxismanagement

Arzt und Unternehmer: Chirurg in Ostwestfalen auf Expansionskurs

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: dem Finanzdienstleister MLP SE, Wiesloch
Abb. 1: Veränderung gegenüber dem Ausgangswert im WOMAC-Gesamtscore (a) und im VAS-Schmerz (b) nach zwei Monaten und im weiteren Verlauf

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Osteoarthrose

Aktuelle Evidenz zur Wirksamkeit der intraartikulären Hyaluronsäure

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Recordati Pharma GmbH, Ulm
Tab. 1: Verbesserung wichtiger Endpunkte nach 24-wöchiger randomisierter Behandlung mit Vimseltinib vs. Placebo (MOTION-Studie)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1]

Tenosynoviale Riesenzelltumoren

Erste zugelassene systemische Therapie zeigt überzeugende Langzeiteffekte

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Deciphera Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Akute Belastung versus chronische Schäden

Marathonläufer sollten ihren Nierenstatus kennen

Lesetipps
Koloskopie, Blick auf den Monitor

© Issara - stock.adobe.com

Anstoß zur Diskussion

Darmkrebs: Ist die koloskopische Überwachung falsch aufgestellt?

Ein Arzt zählt mit den Fingern bis Drei.

© Arnéll Koegelenberg/peopleimages.com/stock.adobe.com

Regionaler Multimorbiditäts-Vergleich

Wo es relativ viele Ü-50-Jährige mit drei oder mehr chronischen Erkrankungen gibt