Anlagen-Kolumne

Ambitionierte Erwartungen an die EZB

Von Jens Ehrhardt Veröffentlicht:

Die Aktienmärkte konnten sich von ihren Tiefs deutlich erholen. Der DAX notierte Mitte Februar noch zehn Prozent tiefer als heute. Die Empfehlung, Ruhe zu bewahren, war also richtig.

Wie geht es nun weiter? Der große Pessimismus ist verflogen. Die Wahrscheinlichkeit für ein Anhalten der Erholung ist in den nächsten Tagen durchaus noch gegeben. Vorsichtige Anleger sollten aber dreierlei bedenken:

Erstens steht am Donnerstag die nächste EZB-Entscheidung an. Die Anleger-Erwartungen an die EZB sind ambitioniert. Mario Draghi muss schon einiges liefern, um das Investorenpublikum jubeln zu lassen. Und sollte er weitere unkonventionelle Maßnahmen aus dem Hut zaubern, kann ihm das auch schnell als Verzweiflungstat ausgelegt werden.

Zweitens sind die Trends an den Börsen deutlich angeschlagen. In Deutschland ist der langjährige Aufwärtstrend gebrochen. Ein Überschreiten der psychologisch wichtigen 200-Tage-Linie (bei 10.500 Punkten) wäre wichtig und eine Voraussetzung für die Wiederaufnahme eines Aufwärtstrends; dann fassen auch andere Investoren wieder Vertrauen, was zu Anschlusskäufen führen würde. Momentan besteht die Gefahr, dass die Anleger bessere Kurse tendenziell eher zum Ausstieg nutzen. Und drittens hat sich das Konjunkturbild eingetrübt, weshalb die Unternehmen Gewinnaussichten vorsichtiger formulieren.

Der vorherrschenden Konjunktursorge stehen zwei Auffälligkeiten entgegen: Sowohl die Börsen einiger Emerging Markets als auch internationale Industriewerte entwickeln sich wieder recht gut, nachdem sie mehrere Jahre signifikant schwächer performten als der Gesamtmarkt.

Risikofreudige Anleger können in diesen Märkten Chancen wahrnehmen. Defensive Investoren sollten ihre Gewichtung in stark volatilen Märkten wie Deutschland reduzieren und weniger stark schwankende Märkte wie die USA in Betracht ziehen.

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