Klinikunternehmen

Ameos will in Ostholstein 50 Millionen Euro investieren

Die Klinikkette Ameos will in Norddeutschland ihre Position stärken. Nach der Übernahme der Sana Kliniken Ostholstein gilt es aber zunächst, Vertrauen zu gewinnen.

Veröffentlicht: 25.02.2019, 10:01 Uhr

NEUSTADT. Mit einem Bekenntnis zu den Standorten und einer Schwerpunktbildung will die private Klinikgruppe Ameos nach einer Übernahme der Sana Kliniken Ostholstein Vertrauen in die stationäre Versorgung der Region zurückgewinnen. Dazu gehört auch ein intensiver Austausch mit den rund 1200 Beschäftigten – die Verantwortlichen kündigen im Gespräch mit der „Ärzte Zeitung“ eine Reihe von Änderungen an. Klar ist auch: Ameos arbeitet an einer stärkeren Position in Norddeutschland.

„Wir wollen es anders machen, deshalb sprechen wir mit allen Beteiligten und hören zu. Wir wollen erfahren, wo wir etwas verbessern können und setzen dabei auf Transparenz und Kommunikation“, sagte Ameos-Vorstand Michael Dieckmann. Zu den Beteiligten zählen für ihn auch die niedergelassenen Ärzte der Region. Gespräche mit Ärztenetzen sind geplant.

Angst um seinen Arbeitsplatz müsse niemand unter den rund 1200 Beschäftigten an den vier Klinikstandorten in Eutin, Oldenburg, Middelburg und auf Fehmarn haben. „Wir wollen alle vier Standorte erhalten“, sagt Dieckmann. Allerdings: Es wird eine Schwerpunktbildung an den Standorten geben. Ungewiss ist auch, ob es auf Fehmarn weiterhin stationäre Versorgung geben wird. Hier will Ameos mit den niedergelassenen Ärzten über Alternativen sprechen.

Öffentliche Kritik in den letzten Jahren am Betreiber

Die Standorte in Ostholstein waren in den vergangenen Jahren immer wieder in die Schlagzeilen geraten: Beschäftigte hatten über ihre Vertretungen öffentlich Kritik wegen der Personalausstattung am Klinikbetreiber geäußert. Kooperationen mit anderen Klinikbetreibern im Kreis waren gescheitert. Das Klinikgebäude in Eutin weist massive Mängel auf – zeitweise wollte Sana dort einen Neubau durchsetzen. Nach der Übernahme, die noch kartellrechtlich geprüft und die für April angestrebt wird, sollen diese Probleme gelöst werden.

Ameos ist im Kreis bereits in Neustadt und in Heiligenhafen präsent. Bei der Neuausrichtung in Ostholstein hilft dem Klinikbetreiber ein Gutachten des IGES-Institutes im Auftrag der Landesregierung, das wie berichtet eine Schwerpunktbildung empfiehlt und einige stationäre Standorte für verzichtbar hält. Dieckmann und Regionalgeschäftsführer Frank-Ulrich Wiener stellen klar, dass sie Middelburg als Fachklinik erhalten wollen. Zu den beiden wichtigsten Standorten:

  • Eutin: Ein Neubau, wie vom bisherigen Betreiber zwischenzeitlich favorisiert, ist für Dieckmann vom Tisch. Das Gebäude wird saniert, die Patientenversorgung soll in dieser Zeit in Interimsräumen stattfinden. Die Klinik soll ihr Brustzentrum und ihre Stärken in der Geburtshilfe ausbauen.
  • Oldenburg: Die Notfall- und Intensivmedizin soll ausgebaut werden, hier sollen auch Patienten aus Fehmarn mit berücksichtigt werden. Als Stärken des Standortes gelten bei Wiener und Dieckmann auch die Kardiologie und die Orthopädie. „Wir können uns ein Endoprothetikzentrum in Oldenburg gut vorstellen“, sagt Wiener.

Für die Realisierung der Pläne in Ostholstein veranschlagt Ameos bis zu 50 Millionen Euro. Klar ist, dass die Schweizer Gruppe derzeit ihre Marktposition im Norden deutlich ausbaut. Erst 2017 hatte sie die Röpersberg-Gruppe mit 900 Mitarbeitern übernommen und kürzlich drei Standorte in Lübeck von der Reha-Gruppe Median.

In Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern hat Ameos jetzt mehr als 30 Standorte – von der Institutsambulanz bis zum Klinikum. Dieckmann: „Weiteres Wachstum ist nicht ausgeschlossen.“ (di)

Ameos Nord

  • 31 Einrichtungen
  • 16 Standorte
  • 3700 Betten bzw. Behandlungsplätze
  • 3800 Mitarbeiter
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