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Patientengespräch

Anne-Sophie Mutter: Ärzte haben kommunikativ noch Nachholbedarf

Anne-Sophie Mutter verlor ihren ersten Ehemann durch Lungenkrebs. Sie wünscht sich Gespräche auf Augenhöhe zwischen Ärzten und Patienten.

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Berlin. Anne-Sophie Mutter, Präsidentin der Deutschen Krebshilfe und Star-Geigerin, sieht Nachholbedarf in der Kommunikation zwischen Ärzten und Patienten. Das erklärte sie zum 50-jährigen Jubiläum der Stiftung am Dienstag in Berlin.

„Der Ton macht die Musik. Wir wollen den Arzt als Partner in diesem Lebensabschnitt erleben“, sagte Mutter. Der erste Ehemann der vielfach ausgezeichnete Geigerin verstarb 1995 an Lungenkrebs.

In den 1990er Jahren habe die Onkologie in einem „mittelalterlichen Zustand“ gesteckt, so die Musikerin. Die Kommunikation sei etwa „sehr unbeholfen“ gewesen, „um es mal vorsichtig auszudrücken“. „Wir wünschen uns alle Ärzte, die uns Patienten auf Augenhöhe sehen.“ Auch dank der Arbeit der Deutschen Krebshilfe habe sich seitdem aber viel getan. Mutter begrüßte etwa, dass Ärzte an Schulungen zur empathischen Kommunikation teilnehmen könnten, denn nicht jedem sei diese Fähigkeit von Natur aus gegeben.

Sie selbst, damals mit ihrem zweiten Kind im achten Monat schwanger, habe die Krebserkrankung ihres Mannes als psychisch extrem schwierig erlebt. Krebserkrankungen seien damals noch stark stigmatisiert gewesen. Heute werde die Krebserkrankung eines gekrönten Hauptes, die des britischen Königs Charles III., selbstverständlich thematisiert. In den 1990er Jahren sei dies undenkbar gewesen. (KNA)

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