Praxis-EDV

Arznei-Check: Einige Fragen bleiben offen

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IT-Systeme, die Ärzte beim Thema Arzneimittelsicherheit unterstützen, gibt es längst. Aber wirklich ausgefeilt ist das Gesamtsystem noch nicht. Dabei lässt sich nicht nur inhaltlich nachbessern. Die Frage ist auch: Wer trägt die Kosten für die Sicherheit?

Von Philipp Grätzel von Grätz

Arzneimittelmodule wie das von ifap warnen Ärzte direkt beim Ausstellen eines Rezepts vor Kontraindikationen.

Arzneimittelmodule wie das von ifap warnen Ärzte direkt beim Ausstellen eines Rezepts vor Kontraindikationen.

© ifap

BERLIN. Intelligente Softwarelösungen können die Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) in Arztpraxen und Krankenhäusern verbessern. Bei der conhIT 2011 wurde deutlich, dass noch eine Reihe inhaltlicher und organisatorischer Fragen unklar sind.

Speziell im niedergelassenen Bereich stelle sich die Frage, wer die Kosten für leistungsfähige AMTS-Software übernehmen sollte, betonte Katharina Schmidtke von medatixx. Der Aufbau geeigneter Schnittstellen, die nötige tiefe Integration in die EDV und der Aufwand der ständigen Aktualisierungen, dies alles sei nicht umsonst zu haben.

Auch auf Arztseite bedeuteten AMTS-Systeme Mehrarbeit, so Schmidtke. Sie regte an, über ein Anreizsystem nachzudenken, damit entsprechende Lösungen von den Ärzten auch tatsächlich genutzt würden.

Wie viele offene Fragen es in Sachen AMTS auch im Krankenhaus noch gibt, machte Dr. Harald Dormann vom Klinikum Fürth deutlich. Dort läuft gerade ein Versorgungsforschungsprojekt im Rahmen des Aktionsplans Arzneimitteltherapiesicherheit der Bundesregierung.

Unter anderem soll das tatsächliche Ausmaß der Verordnungsrisiken genauer quantifiziert werden.

Dormann konnte in Berlin erste Ergebnisse dieses Projekts vorstellen, die sich vor allem auf die Situation der Notaufnahme bezogen. Dort seien nicht die "klassischen" Medikationsfehler wie nicht beachtete Interaktionen oder falsche Dosierungen das Hauptproblem.

Vielmehr sei den behandelnden Ärzten bei einem erheblichen Teil der Medikamente aufgrund fehlender Zusatzinformationen die Indikation nicht ersichtlich. Dormann plädierte deswegen für eine sektorübergreifende Herangehensweise an das Thema Arzneimittelsicherheit.

Um die Praxisrelevanz einer AMTS-Software zu erhöhen, sei es zudem wichtig, nicht nur vor potenziellen Problemen zu warnen, sondern auch tatsächlich auftretende unerwünschte Arzneimittelwirkungen zu erkennen.

Dies geschehe derzeit oft viel zu spät. Dormann wünschte sich außerdem eine Integration von Leitlinienwissen, um die Zahl der zwar laut Fachinformationen korrekten, aber in der Praxis völlig irrelevanten Warnmeldungen zu verringern.

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