PJler in Allgemeinmedizin

Auf Tuchfühlung mit dem Hausarzt

Matthias Deppert hat das zweite Drittel seines Praktischen Jahres bei einem Hausarzt absolviert - und jede Menge gelernt. Besonders beeindruckt war der Heidelberger vom breiten Spektrum der ärztlichen Aufgaben in einer Allgemeinarztpraxis.

Von Ingeborg Bördlein Veröffentlicht:
PJler Matthias Deppert (sitzend) im Annahmegespräch in der Praxis von Dr. Wolfgang Meer und Dr. Uwe Schlittenhardt, den beiden Lehrärzten.

PJler Matthias Deppert (sitzend) im Annahmegespräch in der Praxis von Dr. Wolfgang Meer und Dr. Uwe Schlittenhardt, den beiden Lehrärzten.

© Schlittenhardt

MANNHEIM. Matthias Deppert aus Heidelberg hat das zweite Drittel seines PJ in einer hausärztlichen Praxis absolviert.

Anders als die meisten seiner Kommilitonen, die nach dem Medizinstudium zuerst die zwei Pflichttertiale Innere und Chirurgie in einer Klinik ableisten, wollte er sein Wahlfach in der Praxis schon vor der Klinik kennenlernen: die Allgemeinmedizin.

Seine Wunschpraxis hatte er schnell gefunden, denn "es sind immer noch wenige, die sich für Allgemeinmedizin als Wahlfach entscheiden", sagt der 28-Jährige, der an der Uni Heidelberg Medizin studiert hat.

Er hat sich in einer hausärztlichen Gemeinschaftspraxis in Feudenheim, einem Vorort Mannheims, für das PJ beworben und wurde - da die Chemie stimmte - auch gleich genommen.

Gereizt hat den jungen Mediziner das breite Spektrum an Zusatzqualifikationen, das die beiden Praxisbetreiber vorweisen können, nämlich Umweltmedizin, Sportmedizin, Rehabilitative und Physikalische Medizin, Palliativmedizin und Systemische Familientherapie.

Nachwuchsausbildung gehört für Praxischefs zur Selbstverständlichkeit

Für die Allgemeinmediziner Dr. Wolfgang Meer und Dr. Uwe Schlittenhardt - seit 20 Jahren führen sie die hausärztliche Praxis gemeinsam - gehört die studentische Ausbildung von Anbeginn an zum Praxisalltag, denn sie sehen neben der Patientenversorgung ihren Auftrag darin, ihr Wissen an Nachwuchsmediziner weiterzugeben.

"Arzt ist kein privater Beruf. Wir sind mit staatlichen Geldern ausgebildet worden und die studentische Ausbildung gehört nach unserem Selbstverständnis zu unseren Aufgaben", sagt Dr. Uwe Schlittenhardt.

Sein Partner fügt hinzu: "Wir sind gerne Allgemeinmediziner und wollen das im Medizinsystem immer noch unterrepräsentierte und unterschätzte Fachgebiet jungen Kolleginnen und Kollegen nahebringen".

Eine der ersten Akademischen Lehrpraxen der Universität Heidelberg

Die Feudenheimer Gemeinschaftspraxis ist eine der ersten Akademischen Lehrpraxen der Universität Heidelberg, die seit 2004 von der dortigen Abteilung für Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung mit dem Ziel installiert worden sind, für die studentische Ausbildung den hausärztlichen Versorgungsalltag zu gewährleisten.

Das reicht von zweitägigen Hospitationen schon ab dem ersten Studiensemester über ein zweiwöchiges Blockpraktikum im klinischen Studienabschnitt bis zum viermonatigen PJ, das seit der Änderung der Approbationsordnung im Jahre 2002 als Wahlfach Allgemeinmedizin in der Hausarztpraxis absolviert werden kann.

Die niedergelassenen Allgemeinmediziner müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllen, um nach einem von den Landesärztekammern anerkannten Akkreditierungsverfahren als Lehrärzte benannt werden zu können.

Welche Kriterien Ärzte erfüllen müssen und welche Erfahrungen Matthias Deppert im hausärztlichen Alltag gesammelt hat, lesen Sie exklusiv in unserer App-Ausgabe vom 19.11.2013.

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