Markteinschätzung

Bei PKV weiter schwaches Neugeschäft?

Eine Analyse sagt der PKV weiter dürre Jahre voraus. Die Branche selbst ist optimistischer.

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KÖLN. Die privaten Krankenversicherer (PKV) werden auch in den kommenden Jahren mit einem schwachen Neugeschäft rechnen müssen. Die besten Wachstumschancen haben Unternehmen, die Schwerpunkte auf bestimmte Zielgruppen legen.

Davon geht Christian Hildenbrand von der Unternehmensberatung Towers Watson aus.

Hildenbrand ist der Autor des aktuellen "Vertriebswege Survey" zur PKV. Darin untersucht Towers Watson, wie sich die verschiedenen Vertriebskanäle der Branche entwickeln. Gleichzeitig erhebt das Unternehmen auch die Zukunftserwartungen der PKV.

Danach gehen 38 Prozent der Versicherer davon aus, dass ihr Neugeschäft in den nächsten drei Jahren zunehmen wird, nach 18 Prozent 2013.

46 Prozent rechnen mit einem gleichbleibenden Niveau (36 Prozent), 15 Prozent mit einem Rückgang (45 Prozent). Towers Watson sieht die Zukunft skeptischer. "Es wird schwierig bleiben, das Geschäft wird nicht von selbst laufen", sagt Hildenbrand.

Der Absatz der PKV werde weiter unter Druck bleiben, wenn auch nicht so stark wie 2013 und 2014.

Nach seiner Einschätzung wird die Wechselbereitschaft von der GKV in die PKV jedoch wieder steigen, wenn sich die finanzielle Lage der gesetzlichen Krankenkassen wie erwartet verschlechtert.

2013 war das Neugeschäft der PKV um rund 20 Prozent zurückgegangen, besonders in der Vollversicherung.

Dabei waren die Rückgänge bei den firmengebundenen Vermittlern weniger stark als bei unabhängigen Vermittlern, Banken oder dem Direktvertrieb.

Ein Grund ist nach Towers Watson, dass die Änderungen bei der Provisionshaftung sich bei den Ausschließlichkeits-Vermittlern weniger ausgewirkt haben.

"Zugleich haben Unisex-Tarife und der Rückgang des Angebots im Billig-Preis-Segment vor allem die Vertriebe belastet, die bisher primär über das reine Preisargument verkauft haben", verdeutlicht Hillenbrand. (iss)

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