Healthcare Hackathon in Berlin

Bits und Bytes im Dienste der Gesundheit

Wie sieht die digitalisierte Versorgung der Zukunft aus? Antworten gab es beim „Healthcare Hackathon“ in Berlin.

Veröffentlicht: 04.09.2019, 09:49 Uhr

BERLIN. Experten mit IT- und mit Medizin-Know-how basteln in interdisziplinären Teams an digitalen Versorgungslösungen für die Zukunft: Wie diese konkret aussehen könnten, das war am Montag und Dienstag in Berlin beim „Healthcare Hackathon“ anhand von fünf konkreten Beispielen zu sehen.

Im lockeren Wettstreit hatten die Teams zwei Tage Zeit, um ihr Projekt im Rahmen einer „Challenge“ auszuarbeiten. Mit von der Partie waren zum Beispiel digitale Tools zur Unterstützung der Pflege. So arbeitet das Team „Pflegedoku Companion“ an einer Software, die per Kamera mit Gesten gesteuert wird, sodass Pflegekräfte bei der Dokumentation weniger Handgriffe zu erledigen haben, wodurch sich die Hygiene verbessert. Im Bereich digitale Notfallmedizin wird die bereits im Einsatz befindliche Ersthelfer-App „Meine Stadt rettet“ weiterentwickelt. Im Themenbereich KI arbeitet ein Team der Universitätsmedizin Mainz am Einsatz Künstlicher Intelligenz zum Erkennen von Krebszellen in der Pathologie.

Der Bereich „Apps4Patients“ beschäftigt sich ganz mit mobilen Lösungen wie zum Beispiel einer Anwendung, die ärztliche Fachsprache in für den Patienten verständliche Formulierungen übersetzt. Auch an Robotik wird gearbeitet. So entwickelt das Team MIRANA (Mobile Intelligent Autonomous System for Navigation and Assistance) einen Segway-Roboter mit Personenerkennungsfunktion, der Pflegepersonal und Transportdienste im Krankenhaus entlasten soll.

Der Healthcare Hackathon in Berlin steht unter der Schirmherrschaft des Bundesgesundheitsministeriums und wurde gemeinsam mit der Unimedizin Mainz, dem Uniklinikum Schleswig-Holstein und dem Verband der Universitätsklinika Deutschlands organisiert.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) betonte, digitale Lösungen machten die Versorgung besser und patientenfreundlicher. Darum sei Digitalisierung in seinem Ministerium „kein Nebenaspekt mehr – sondern zentraler Bestandteil unserer Politik. Mit dem Healthcare Hackathon zeigen wir, wie digitale Anwendungen den Alltag von Patienten, Ärzten und Pflegekräften ganz konkret verbessern.“ Eine forcierte Digitalisierung nütze unserem Gesundheitssystem – es bleibe „auch weiter eins der besten der Welt“.

Ob und wie es die vorgestellten Lösungen in die Regelversorgung schaffen werden, ist noch unklar. Es gehe bei den Hackathons vor allen Dingen darum, „Lösungen sichtbar und erlebbar zu machen“, wie es Professor Dr. Jörg Debatin, Chairman des Health Innovation Hub, formulierte. (sjw)

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