Sanofi

Brandicourt stimmt Aktionäre auf Gewinnrückgang ein

Sanofis neues Insulin glargin Toujeo® konnte 2016 den Umsatzschwund in der Glargin-Gruppe deutlich bremsen. Nun wird offenbar erwartet, dass Nachahmer schneller Marktanteile gewinnen werden.

Von Christoph Winnat Veröffentlicht: 10.02.2017, 10:10 Uhr

PARIS. Der französische Pharmakonzern Sanofi hegt für das laufende Geschäftsjahr lediglich gedämpfte Erwartungen.

Zwar hatte erst kürzlich Konzernchef Oliver Brandicourt bei einem Investorenmeeting beschleunigtes Wachstum ab 2018 in Aussicht gestellt. Zuvor heißt es allerdings, den sprichwörtlichen Gürtel nochmal enger zu schnallen.

So dürfte, wie der Konzernchef am Mittwoch in Paris ankündigte, 2017 der Gewinn vor Wechselkurseffekten um drei Prozent sinken. Dabei rechnet Brandicourt damit, dass sich die Kosteneinsparungen aus Effizienzprogrammen dieses Jahr verglichen mit 2016 auf 1,3 Milliarden Euro verdoppeln werden.

Aktuell leidet Sanofi unter generischer Konkurrenz für gleich mehrere große Produkte:

- Die Umsätze des rekombinanten Langzeitinsulins Lantus® (Insulin glargin) gaben in der Berichtszeit um 9,4 Prozent nach (auf 5,7 Milliarden Euro). Kompensierend wirkten Verkaufszuwächse der neuen Hochdosis-Version von Insulin glargin, Toujeo®, die 2016 rund 650 Millionen Euro einbrachte. Per Saldo büßte die Glargin-Gruppe damit nur um knappe zwei Prozent auf 6,4 Milliarden Euro ein.

- Ebenfalls unter Druck stehen etablierte Altprodukte, die gleichwohl immer noch Blockbusterstatus besitzen. So verlor etwa der Gerinnungshemmer Plavix® (Clopidogrel) um 19 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro oder das niedermolekulare Heparin Lovenox® (Enoxaparin) um knapp zwei Prozent auf 1,6 Milliarden Euro.

Starke Zuwächse verbuchte Sanofi dagegen in seiner Sparte "Specialty Care": Mit Orphan Drugs gegen Speicherkrankheiten wurden knapp 2,8 Milliarden Euro erlöst (+12 Prozent). Erstmals Blockbusterstatus erreichte mit Verkäufen über 1,3 Milliarden Euro (+50 Prozent) das orale MS-Mittel Aubagio® (Teriflunomid).

Sanofi-CEO Brandicourt bekräftigte anlässlich der Bilanzvorlage die Absicht, sich von den europäischen Generikaaktivitäten zu trennen. Erst kürzlich sei definitiv entschieden worden, die Abspaltung des Geschäfts bis Ende 2018 über die Bühne bringen zu wollen.

2016 steuerten Generika knapp 1,9 Milliarden Euro (+0,7 Prozent) zu den Konzernumsätzen bei. Sanofi will sein Nachahmer-Geschäft künftig auf Schwellenländer fokussieren. Derzeit erzielt Sanofi mit 785 Millionen Euro (+1,8 Prozent) rund ein Drittel seiner Generikaeinnahmen in diesen sogenannten Emerging Markets.

Sanofi 2016: Der Konzernumsatz verringerte sich um 0,7 Prozent auf 33,8 Milliarden Euro. Zu unveränderten Wechselkursen hätte sich der Umsatz um +1,2 Prozent verbessert, heißt es.

Der Betriebsgewinn erhöhte sich um 16 Prozent auf 6,5 Milliarden Euro,. Nach Steuern weist Sanofi mit 4,7 Milliarden Euro neun Prozent mehr Jahresüberschuss aus als 2015.

Der Dividendenvorschlag an die Hauptversammlung lautet auf 2,96 Euro je Aktie (Vorjahr: 2,93).

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