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Patientenrechte

CIRS kann DRG-Plus bringen

Krankenhäuser, die in Fehlermeldesysteme investieren, sollten dafür Zuschläge zu den Fallpauschalen erhalten. Das Netzwerk CIRS-Berlin will als Modellprojekt für die vorgesehene Förderung dienen.

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So sieht kein Behandlungsfehler aus.

So sieht kein Behandlungsfehler aus.

© Lukasz Panek / fotolia.com

BERLIN. Der Präsident der Berliner Ärztekammer, Dr. Günther Jonitz, hat die im Patientenrechtegesetz vorgesehene Förderung von Kliniken durch DRG-Zuschläge, die mit einem einrichtungsübergreifenden Critical Incident Reporting System (CIRS) arbeiten, begrüßt.

Das Netzwerk CIRS-Berlin sei eines der wenigen etablierten Projekte in Deutschland, die nach dem Wortlaut des Gesetzes gefördert werden sollten.

Seit 2008 existiert das klinikübergreifende Netzwerk CIRS-Berlin, an dem sich derzeit nach eigenen Angaben zehn Krankenhäuser an 20 Standorten beteiligen.

Jede Klinik nutze ihr eigenes Berichtssystem und leite die für alle Kliniken möglicherweise relevanten Fehlerberichte an das Netz weiter.

Nach Angaben der Netz-Leiterin Barbara Hoffmann wurden bislang von etwa 1200 internen CIRS-Berichten knapp 200 an CIRS-Berlin übermittelt. Sie stammen je zur Hälfte von Ärzten und Pflegenden. Ein vergleichbares regionales Berichtssystem gebe es seit Kurzem nur in Nordrhein-Westfalen.

"Einzigartig ist in Berlin außerdem das Anwenderforum", berichtete Hoffmann. Dort kommen die in den Krankenhäusern benannten Vertrauensleute und die Experten der Projektträger (Ärztekammer Berlin und Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin, ÄZQ) zusammen, um gemeinsam die Berichte zu analysieren und Strategien zur Vermeidung künftiger Fehler zu entwickeln.

Im nächsten Schritt will sich das Netzwerk laut Hoffmann nicht nur mit den Einzelfällen beschäftigen, sondern systematisch das Problem der Schnittstellen innerhalb eines Hauses analysieren.

Neue Sicherheitskultur entwickeln

"Wir wollen versuchen, eine Systematik zu entwickeln, wie Patienten sicherer, vor allem ohne Informationsverluste, von einer Station zur nächsten übergeben werden können", erklärte die Netzwerk-Leiterin.

In Zukunft werden immer mehr Kliniken CIRS-Systeme einführen müssen, glaubt der ÄZQ-Geschäftsführer Christian Thomeczek. Denn die Haftpflichtversicherungen würden neue Verträge häufig nur abschließen, wenn Qualitätsmanagementsysteme implementiert sind.

"CIRS ist dabei das sichtbarste Instrument und lässt sich gut nach außen kommunizieren", gab er zu bedenken.

Im Klinikalltag sei es ein "ständiger Kampf", die Mitarbeiter zu motivieren, CIRS-Berichte zu schreiben, berichtete der Leiter Qualitätsmanagement der Havelklinik Berlin, Volker Hartmann.

"Grundsätzlich ist es allen bewusst, dass Berichte über Beinahe-Fehler sehr sinnvoll sind", sagte er. Aber im Arbeitsalltag würden noch viele Mitarbeiter in die alten Verhaltensweisen zurückfallen.

"Es ist ein schwieriger und langsamer Entwicklungsprozess", gab Hartmann zu. "Aber es lohnt sich."

"Wir haben das Thema Patientensicherheit aus der Schmuddelecke herausgeholt", betonte Kammer-Präsident Jonitz. Ziel von CIRS sei es, eine neue Sicherheitskultur zu schaffen und eine Atmosphäre, in der niemand mehr Angst haben müsse, über Beinahe-Fehler zu reden. Er kritisierte deshalb die Veröffentlichung von CIRS-Berichten in den Medien. (wul)

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