Anlagen-Kolumne

Corona gibt dem Aktienmarkt noch Rückenwind

Zur Konjunkturbelebung benötigen die Staaten Geld. Die Notenbanken teilen bereitwillig aus und halten so die Zinsen niedrig. Davon profitieren die Börsen.

Von Richard Haimann Veröffentlicht: 12.11.2020, 17:59 Uhr

Die Worte sind unmissverständlich: „Wir werden bei Bedarf alles tun, um mit kraftvollen Instrumenten die Wirtschaft noch stärker zu stützen“, verkündete Jerome Powell, Präsident der Federal Reserve Bank, nach der jüngsten Sitzung der US-Notenbank. Christine Lagarde, Präsidentin der Europäischen Zentralbank, wiederum machte gerade deutlich, dass die Währungshüter der Eurozone im Dezember noch kräftiger am Kapitalmarkt intervenieren werden: Durch die Corona-Pandemie „zeigt der kurzfristige Konjunkturausblick ganz klar eine Verschlechterung an.“

Im Klartext: Die Notenbanken werden künftig für noch höhere Milliardenbeträge Staatsanleihen erwerben. Die Regierungen in der Eurozone und den USA können damit ihre Hilfsprogramme zur Stützung der Wirtschaft nicht nur umsonst finanzieren – sondern sogar Geld verdienen. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen fiel diese Woche auf minus 0,64 Prozent. Borgt sich Bundesfinanzminister Olaf Scholz eine Million Euro am Kapitalmarkt, muss er nach zehn Jahren nur 993.600 Euro zurückzahlen. Konsequenz der Negativrendite: Assekuranzen und Pensionskassen werden das ihnen jeden Monat von den Versicherten zufließende Kapital nicht in Anleihen, sondern Aktien anlegen und deren Kurse weiter in die Höhe treiben.

Davon können Privatanleger profitieren, in dem sie selbst stärker in Aktien gehen. Beispielsweise mit börsennotierten Indexfonds, kurz ETF genannt, auf Leitindices wie den deutschen Dax, den europäischen Euro Stoxx 50 oder den Dow Jones in den USA.

Wer in Einzeltitel investieren will, greift am besten zu Unternehmen mit etablierten und krisenfesten Geschäftsmodellen. Bei Technologiewerten trifft dies beispielsweise auf Microsoft zu, deren Software weltweit Firmen und Privatpersonen nutzen. Apple hingegen ist riskant, weil Wohl und Wehe vom Erfolg des nächsten iPhones abhängen. Sturmerprobt sind auch Erzeuger von Nahrungsmitteln sowie Gütern des täglichen Bedarfs, die attraktive Dividenden zahlen. Beispiele sind Danone, Procter & Gamble, Nestlé und Unilever.

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