Debatte um Ärztemangel treibt Gehälter an Kliniken nicht hoch

Klinik-Chefärzte haben 2010 durchaus Abstriche bei der Vergütung hinnehmen müssen, ergibt eine aktuelle Studie.

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Unzufrieden mit dem Gehalt? Die Diskussion um den Ärztemangel hat sich bislang nicht auf die Gehälter in den Kliniken ausgewirkt.

Unzufrieden mit dem Gehalt? Die Diskussion um den Ärztemangel hat sich bislang nicht auf die Gehälter in den Kliniken ausgewirkt.

© INSADCO / imago

KÖLN (iss). Die Debatte über den drohenden Mangel bei Ärzten und Pflegekräften hat bislang offenbar keinen Einfluss auf das Vergütungsniveau in den Kliniken.

Nach einer aktuellen Erhebung der Managementberatung Kienbaum haben die Gehälter des ärztlichen und nichtärztlichen Führungspersonals 2010 stagniert.

An der Untersuchung "Führungs- und Fachkräfte in Krankenhäusern 2010" waren 221 Einrichtungen beteiligt, die Daten zu 2234 Mitarbeitern eingebracht haben.

Danach sind die Gehälter der betreffenden Chefärzte im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahr durchschnittlich um 9000 Euro auf 257.000 Euro gesunken.

Hier schlage sich die veränderte Vertragslage nieder, sagt Kienbaum-Vergütungsexperte Christian Näser. "Statt des früher herrschenden Liquidationsrechts haben die Kliniken nun eine Bonuszahlung vereinbart, die auf quantitativen Kennzahlen wie beispielsweise dem Betriebsergebnis beruht."

Bei den Chefärzten hat die Berufserfahrung einen deutlichen Einfluss auf die Höhe des Gehalts. Während 35- bis 45-Jährige im Schnitt 169.000 Euro pro Jahr verdienen, sind es bei den 55- bis 60-Jährigen 260.000 Euro.

Bei Oberärzten und Fachärzten liegen die Jahresgesamtbezüge unverändert bei 113.000 Euro beziehungsweise 82.000 Euro. Nichtärztliche Führungskräfte verbuchen im Schnitt eine Gehaltssteigerung um 2,5 Prozent.

Das Vergütungsniveau in Krankenhäusern - insbesondere bei denen in kommunaler Trägerschaft -hinke seit Jahren dem anderer Branchen hinterher, sagt Näser. "Das fängt bei den Führungskräften an und zieht sich durch bis zum Pflegepersonal."

Nur in fünf Prozent der einbezogenen Krankenhäuser verfügen die dortigen Chefärzte über einen eigenen Dienstwagen. Bei den Geschäftsführern sind es immerhin 45 Prozent und bei den Klinikdirektoren 70 Prozent.

"Doch auch sie schneiden im Vergleich zu anderen Branchen schlecht ab, denn gewöhnlich erhalten nahezu alle Geschäftsführer und Vorstandsmitglieder einen Dienstwagen", konstatiert Näser.

Angesichts des sich abzeichnenden Ärztemangels und des Ringens um qualifizierte Mitarbeiter stehen die Krankenhäuser vor einem schwierigen Spagat, so der Experte.

"Eigentlich müssten sie beim Gehalt einiges drauflegen, um die Abwanderung zu stoppen, aber sie wissen nicht, wo sie das Geld hernehmen sollen."

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