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Statistik zeigt

Die Zahnmedizin wird mehr und mehr weiblich

Ein Trend, der in der Allgemeinmedizin schon länger zu beobachten ist, schlägt sich auch in der Zahnmedizin nieder: Immer mehr Frauen entscheiden sich für diesen Beruf. Sie haben oft andere Vorstellungen von den Arbeitsverhältnissen als ihre männlichen Kollegen.

Matthias WallenfelsVon Matthias Wallenfels Veröffentlicht:
In Deutschland versorgen immer weniger Zahnärzte Patienten.

In Deutschland versorgen immer weniger Zahnärzte Patienten.

© ponsulak / fotolia.com

BERLIN. Zahnärzte in Deutschland ziehen offenbar die Selbstständigkeit einer Anstellung vor.

Wie aus dem jetzt von der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) veröffentlichten Statistischen Jahrbuch 2013/14 hervorgeht, waren zum Stichtag 31. Dezember 2013 76,4 Prozent der zahnärztlich tätigen Zahnärzte in eigener Praxis niedergelassen.

In Ostdeutschland ist dieser Trend mit 81,5 Prozent noch stärker ausgeprägt als im Westen der Republik mit 75,5 Prozent.

Wie die BZÄK beobachtet, ist die Anzahl der niedergelassenen Zahnärzte dabei in Ostdeutschland bereits seit dem Jahr 2000 rückläufig.

Im Westen sei dieser Trend erst seit 2007 - und damit mit Inkrafttreten des Vertragsarztrechtsänderungsgesetzes, worauf in dem Jahrbuch explizit hingewiesen wird - feststellbar.

Von der durch das Gesetz forcierten Option auf Anstellung in einer Zahnarztpraxis hätten immer mehr Zahnärzte Gebrauch gemacht.

Zunehmende Feminisierung

Insgesamt seien 2013 in Deutschland 464 Zahnärzte weniger niedergelassen gewesen, als dies noch ein Jahr zuvor der Fall gewesen sei. Der Rückgang im Vergleich zum Jahr 2000 betrage 582.

Von den insgesamt bei den Landeszahnärztekammern registrierten 89 920 Zahnärzten seien Ende vergangenen Jahres 69.730 auch tatsächlich zahnärztlich tätig gewesen, davon 53.303 als niedergelassene in eigener Praxis - ein Prozent weniger als Ende 2012.

Ein Trend, der in der Allgemeinmedizin bereits seit Jahren zu beobachten ist, findet sich auch bei den Zahnmedizinern wieder. So seien mit 29.944 2,2 Prozent mehr Frauen als behandelnde Zahnärztinnen tätig gewesen als Ende 2012.

Zahnärztinnen würden Arbeitsverhältnisse wie Teilzeit, befristete Anstellungen sowie Leih- oder Teamarbeit als ernste Optionen werten.

Nach Ansicht der BZÄK unterliege die Zahnärzteschaft einem Veränderungsprozess, in dem Werte wie die Work-Life-Balance im Vergleich zur Vergangenheit an Bedeutung gewönnen.

Die Feminiserung als Trend mache sich aber auch im Bereich der niedergelassenen Zahnärzte bemerkbar. Sa habe der Frauen anteil in diesem Segment Ende 2013 bei 33,5 Prozent gelegen - 0,4 Prozentpunkte mehr als ein Jahr zuvor.

Mit einem Frauenanteil von 64 Prozent sei mittlerweile mehr als jeder zweite in Zahnarztpraxen angestellte Zahnarzt - inklusive Vorbereitungs- und Weiterbildungsassistenten - weiblichen Geschlechts.

Gegenüber dem Vorjahresstichtag sei diese Zahl damit um 0,9 Prozentpunkte gestiegen. Gegenüber dem Jahr 2001 betrage die Differenz sogar 10,1 Prozentpunkte, wie aus dem Statistischen Jahrbuch hervorgeht.

In sämtlichen Landeszahnärztekammern ist laut BZÄK die Weiterbildung zum FAcharzt für Kieferorthopädie oder zum Facharzt für Oralchirurgie möglich.

Zu Ende 2013 seien deutschlandweit 3009 Fachzahnärzte für Kieferorthopädie in eigener Praxis tätig gewesen, davon 2580 in den alten Ländern einschließlich Berlin.

Da es in der ehemaligen DDR keine Weiterbildung zum Fachzahnarzt für Oralchirurgie gegeben habe, seien heute im Osten nur 143 entsprechende Fachärzte niedergelassen gewesen - im Vergleich zu 1872 im Westen einschließlich Berlin.

Vier Prozent höhere Überschüsse

Bei den Honoraren konnten die Zahnärzte 2013 bundesweit gegenüber Vorjahr um vier Prozent zulegen auf durchschnittlich 130.411 Euro.

Im Vergleich zum Jahr 2000 sei das eine Zunahme um 35 Prozent. Maßgeblich dazu hätten die Einnahmen aus privatzahnärztlichen Leistungen dazu beigetragen - im Westen im Schnitt 226.416 Euro, in Ostdeutschland immerhin 113 204 Euro je Praxisinhaber.

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